Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben sich einen 26:25-Heimsieg über den VfL Edewecht erkämpft. Sie lagen fünf Minuten vor Schluss noch mit 23:25 zurück.

Wenige Minuten nach einem spannenden Treffen der Handball-Oberliga musste Andre Haake erst einmal durchatmen. „Alle was zählt, sind die beiden Punkte“, stellte der Spielertrainer der HSG Delmenhorst dann fest. Diese Zähler erhielt seine abstiegsbedrohtes Team für einen wichtigen 26:25 (12:14)-Erfolg gegen den VfL Edewecht, der vom Glück begleitet wurde. Die 350 Zuschauer in der Stadionhalle erlebten ein über weite Strecken unruhiges Spiel, einen Krimi mit Happy End, der den Fans der HSG ein Wechselbad der Gefühle bescherte und ihre Nerven arg strapazierte.

Delmenhorst liegt zur Pause hinten
Die Hausherren gingen anfangs in der Abwehr konzentriert und aggressiv zu Werke. Zudem nutzten sie ihre ersten Chancen gut. Dann jedoch fand Edewecht besser ins Spiel. Die HSG wirkte in der Defensive mit zunehmender Dauer nicht mehr so sattelfest und ließ den Gegnern zu viele Freiräume. „In der Abwehr waren wir phasenweise zu passiv“, meinte Haake. Hinzu kam, dass man sich einige Fehlwürfe erlaubte. Die Folge: Edewecht ging mit 9:8 erstmals in Führung (20.) und lag zur Pause mit zwei Treffern vorne (14:12).
Edewecht nur zu dritt
In Abschnitt führte der VfL stets, ehe Stefan Timmermann zum 18:18 traf (40.). Es folgte ein großer Aufreger: Der Edewechter Tobias Weihrauch wurde mit einer Zeitstrafe bedacht (43:54). Als er sich, auf der Bank sitzend, lautstark beschwerte, verhängten die Unparteiischehen nur 55 Sekunden später eine weitere Zwei-Minuten-Strafe gegen ihn. Der Gast nahm daraufhin keinen Spieler vom Feld. So gab es erneut eine Strafe und das Ammerländer Team musste mit nur drei Feldspielern auskommen. Das dreifache Unterzahlspiel endete mit 1:1-Toren.

Frederic Oetken wirft das 26:25
In der 54. Minute gelang dem Edewechter Thio Remmers mit dem 22:24 erneut eine Zwei-Tore-Führung. Eine Minute später markierte er das 23:25. Nach einer HSG-Auszeit traf nur noch der Gastgeber. Jörn Janßen, Benjamin Janssens und Frederic Oetken (58:27) gelang das 26:25. Danach verfehlte VfL-Spieler Louis Kamp das Ziel, warf Oetken vorbei, scheiterte Kamp an Torwart Mirko Lettmann. Dann schien das Spiel vorbei und es ertönte das unvermeidliche „Oh, wie ist das schön“. Doch die HSG-Fans freuten sich zu früh. Nach VfL-Protesten wurde die Partie noch einige Sekunden fortgesetzt – mit einer Chance für Remmers, die dieser vergab. Dann: Schluss, Jubel, „Oh, wie ist das schön“.
„Wir haben eine richtige Portion Glück gehabt“, sagte Spielertrainer Ande Haake, der aufgrund einer Verletzung nur kurz zum Einsatz kam. Nach einer trainingsfreien Woche wolle man sich intensiv auf das Spiel gegen Bremervörde vorbereiten (Samstag, 22. April, 19 Uhr).

Delmenhorst: Schröder, Lettmann; Schäfer, Hörner, Sudau 1, Timmermann 4, Larisch, Oetken 4, Schenk 1, Schanthöfer 2, Haake, Janssens 5, Janßen 8/2, Freese 1.
Edewecht: Jürgens, Gasiorowski; Steusloff, Schildknecht 2, Weihrauch 2, Ahlers, Remmers 8/5, Linda 3, Ritter 1, Meyer 5, Kamp 1, Bitter 3.
Siebenmeter: HSG 2/2 – VfL 6/5.
Zeitstrafen: HSG 2 – VfL 9.
Rote Karten: Bitter (3. Zeitstrafe, 48.), Weihrauch (3. Zeitstafe, 57.).
Schiedsrichter: Bohmbach/Meyer (Rastede/Oldenburg.
Spielfilm: 3:0 (5.), 5:2 (9.), 6:6 (16.), 8:9 (20.), 10:12 (25.), 12:14 – 18:18 (40.), 20:19 (46.), 22:24 (54.), 23:25 (55.), 26:25.

Bildunterschrift: Erfolgreichster HSG-Werfer in einem Handball-Krimi: Jörn Janßen (Mitte). Beim 26:25 über den VfL Edewecht um Tobias Weihrauch(links) und Tobias Meyer erzielte der Delmenhorster acht Tore.

Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online.de