Delmenhorst. Das war nichts für schwache Nerven: Die Handballer der HSG Delmenhorst sind nach einem 27:27 (12:15) gegen den TV Bissendorf-Holte auf den drittletzten Rang der Oberliga zurückgefallen. Dieser reicht nur dann noch zum Klassenerhalt, wenn die SG Varel/Altjührden über eine Abstiegsrelegation doch noch den Klassenerhalt in der 3. Liga Nord schafft.

Stefan Timmermann suchte Halt an der Stadionwand, Fino Oetken starrte ins Leere, die anderen Spieler zogen ihr Trikot über das Gesicht und es flossen auch Tränen: Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst sind am Samstagabend im letzten Saisonspiel gegen den TV Bissendorf-Holte nicht über ein 27:27 (12:15) hinaus gekommen – und sind nun extrem vom Abstieg aus der Oberliga bedroht. Denn durch das Unentschieden und den gleichzeitigen 23:16 (10:4)-Erfolg des Elsflether TB bei der TSG Hatten-Sandkrug ist die HSG doch noch auf den drittletzten Rang in der Oberliga-Tabelle zurückgefallen. Beide Mannschaft sind punktgleich (19:33), doch die HSG hat das um vier Treffer schlechtere Torverhältnis (-55 zu -51).

Tabellenplatz zwölf reicht der HSG Delmenhorst nur noch zum Klassenerhalt, wenn die SG Varel/Altjührden über eine Abstiegsrelegation doch den Abstieg aus der 3. Liga Nord verhindert. Varel/Althjührden hoffte am Samstag vergeblich auf das Wunder an der Elbe, verlor beim HSV Hamburg 28:33 (13:12) und muss nun in eine Abstiegsrelegation mit den vier Drittletzten aller 3. Ligen. Nur, wenn sich die SG bei diesem Relegationsturnier am kommenden Wochenende durchsetzt, bleibt auch die HSG Delmenhorst in der Oberliga Nordsee.
Dramatik, Hektik und Kampf in der Delmenhorster Stadionhalle

In der proppevollen Stadionhalle sahen die Zuschauer einen Handball-Krimi, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Beim Spielstand von 27:27 50 Sekunden vor Schluss bekam die Chance für einen letzten Angriff, nach einer Auszeit hatte sie noch 31 Sekunden und nach einem Foulspiel noch sieben Sekunden für einen letzten entscheidenden Wurf. Doch trotz der Einwechselung eines siebten Feldspielers kam die HSG – auch auf Grund technischer Unzulänglichkeiten – keinen vernünftigen letzten Wurf zu Stande.
Dieser letzte Angriff stand sinnbildlich für das anfangs nervöse und vielen Abspielfehlern und Fehlwürfen geprägte Spiel der Gastgeber. Nach einem 3:3 (7.) lag Delmenhorst über 5:10 (19.) und 7:13 (26.) zur Pause mit 12:15 zurück. Doch nach dem Wechsel kämpfte sich einem großen Kampfgeist zurück ins Spiel. Angetrieben von Spielertrainer Andre Haake (sieben Tore), Routinier Timmermann und Rechtsaußen Philipp Freese (fünf) holte sie Tor um Tor und übernahm beim 26:25 (50.) – erstmals nach dem 2:1 (2.) – wieder die Führung.
Kein Treffer in den letzten sechs Minuten

Nichts für schwache Nerven war ab dem 27:27 (54.) die Schlussphase, die in puncto Dramatik, Hektik und Kampf praktisch nicht zu überbieten war. Die zahlreichen Fans – darunter auch viele Fußballer und Fans des SV Atlas – machten die Stadionhalle zu einem wahren Hexenkessel und peitschten ihre Mannschaft nach vorne. Doch trotz zahlreicher Großchancen gelang Delmenhorst (wie auch Bissendorf) in den letzten sechs Minuten kein Treffer mehr – vor allem, weil sich die technischen Fehler wie ein roter Faden durch das ganze HSG-Spiel zogen. Drei Sekunden vor Schluss Maik Schäfer am Kreis ein schlechtes Zuspiel nicht fangen. Der Ball war weg, das Spiel aus – und der Rest Frust pur.

Quelle:dk-online.de

 

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