Delmenhorst. Die HSG Delmenhorst bereitet sich mit ihrem neuen Trainer Jörg Rademacher auf die Saison 2017/2018 in der Handball-Verbandsliga vor. Dafür wird täglich trainiert. Das Ziel ist der Aufstieg in die Oberliga.
 
Jörg Rademacher weiß, was seine Spieler in den vergangenen Tagen so ab und an gedacht haben mögen. „Klar, keiner trainiert gerne im Athletikbereich“, sagt der Trainer der Handballer der HSG Delmenhorst. Und er weiß auch, dass er ihnen einiges abverlangt: „Die Einheiten sind kein Zuckerschlecken, die Jungs müssen richtig ran.“ Täglich. Seit Montag, 17. Juli, dem Start der zweiten Vorbereitungsphase auf die Verbandsliga-Saison 2017/2018, an deren Ende die Rückkehr in die Oberliga stehen soll. „Für mich zählt nur der Aufstieg“, bestätigt der 49-Jährige, der nach zwei Spielzeiten beim Oberligisten TV Neerstedt zur HSG gewechselt war.

Handbälle spielen im Training noch keine Rolle
Dass seine neue Mannschaft nach der Spielzeit 2016/2017 absteigen musste, bezeichnet Rademacher als „Betriebsunfall, der schnell korrigiert werden muss.“ Dafür wird hart gearbeitet. „Wir haben schon den Juni durchtrainiert“, erklärt er. Das Pensum, das die Delmenhorster Handballer absolvieren, lässt sich erahnen, wenn die Rede auf das eigentliche Spielgerät kommt. Den Kunststoffsack mit den Handbällen habe er meistens gar nicht oder nur pro forma mit, erzählt der Ex-Profi. „Wir haben im Grunde noch nichts mit dem Ball gemacht, weit mehr als 90 Prozent der Übungen waren ohne.“ Ziel sei es, die „Grundlagen dafür zu schaffen, das, was dann kommt, gut umsetzen zu können.“ Nach dem Kraft- und Ausdauerteil werde das Einstudieren der Abwehrvarianten folgen, ehe es schließlich in der letzten Phase um die Offensive gehen wird, verrät der HSG-Trainer. „So mache ich das immer. Damit bin ich bis jetzt sehr gut gefahren.“ Auch für das intensive und zielführende Üben der handballspezifischen Inhalte sei eine sehr gute körperliche Fitness absolut notwendig.
 
Jörg Rademacher lobt seine Spieler
Dafür, dass seine Aktiven ihre Gedanken darüber, was sie in den Einheiten so erwartet, jeden Tag schnell wieder verdrängen, bekommen sie einige Komplimente von ihrem neuen Trainer, der die Nachfolge des Duos Andre Haake – als Spieler weiter im Team – und Werner Rohlfs angetreten hat. „Alle ziehen sehr gut mit“, lobt Rademacher. Auch die Trainingsbeteiligung stimmt. „Es sind permanent 20 Leute da. Da ist eine Wunschvorstellung wahr geworden.“ Er freut sich zudem über positive Resonanz: „Man merkt, dass die Mannschaft an den neuen Ideen, die ich mitbringe, interessiert ist. Und man sieht, dass sie gewillt ist, das umzusetzen. Das ist super.“ Vor dem Einsatzwillen der Spieler, die ja keine Profis seien, zieht er daher den Hut. Als erfahrenerer Trainer fügt er aber schnell auch noch hinzu: „Wir sind noch ganz am Anfang. Ich hoffe, dass das so bleibt.“
 
Kader wurde verstärkt
Die Zielsetzung „Aufstieg“ ist für Rademacher logisch. „Ich muss doch ganz ehrlich sein“, erklärt er. „Mit unserem Ambiente, mit unserem Umfeld, mit unserem Kader und mit unseren neuen Leuten kann ich doch nicht sagen: Wir wollen Fünfter werden.“ Die HSG hat ihren Kader mit dem zweitligaerfahrenen Rückraumspieler Tim Coors (zuletzt HF Springe, 3. Liga), Torwart Marius Voß (ATSV Habenhausen, Oberliga-Meister), Linksaußen Ole Goyert (TV Neerstedt, Oberliga) und Kreisläufer Thies Kohrt (SVGO Bremen, Verbandsliga) verstärkt.
Trotzdem: Dass die Umsetzung einer solch hohen Vorgabe im Verlauf der langen Saison 2017/2018, die für die HSG am Samstag, 2. September, 19.15 Uhr, mit einem Heimspiel gegen Tura Marienhafe beginnt, „schwierig“ wird, ist Rademacher völlig klar. Schließlich ist sein Team auch für die anderen Clubs der klare Favorit auf Meisterschaft und Aufstieg, was die Motivation im direkten Duell deutlich steigert. „Aus anderen Vereinen höre ich, dass sie ihre Partie gegen uns schon zum Spiel des Jahres erklären“, sagt Rademacher. Viel mehr beschäftigt er sich mit der Konkurrenz aber noch nicht; das werde er zu gegebener Zeit „wie immer sehr akribisch“ machen. „Jetzt zählt für mich nur meine Mannschaft“, sagt er. Damit hat er genug zu tun, denn er möchte dieser ein zwar sehr anstrengendes, aber abwechslungsreiches Training bieten. Auch in den nächsten Wochen täglich.
 
Bildunterschrift: Lobt die Einstellung seiner Spieler: Jörg Rademacher, Trainer der HSG Delmenhorst.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online.de