Delmenhorst. Die erste Herren der HSG Delmenhorst geht mit einem exzellent besetzten Kader in die Verbandsliga-Saison. Auch im Unterbau ist die Handball-Spielgemeinschaft sehr gut aufgestellt. Nur eine Baustelle stört HSG-Chef Jürgen Janßen weiterhin.

Die Tränen des bitteren Abstiegs aus der Oberliga sind endgültig getrocknet, die Wunden bei der HSG Delmenhorst sind geleckt, die Vorfreude auf die neue Handball-Saison ist groß. „Abstiege gehören zum Sport leider nun einmal dazu. Wir blicken nicht zurück, sondern nur nach vorn“, gibt der HSG-Vorsitzende Jürgen Janßen die Marschroute des gesamten Vereins für die kommende Spielzeit aus. Lange mit der Vergangenheit beschäftigen ist nicht die Sache des HSG-Chef. Er spricht lieber über die Gegenwart und Zukunft des Vereins, wie jetzt bei einer Pressekonferenz im Autohaus Engelbart. >> weiterlesen auf hsg-delmenhorst.de

Das Aushängeschild war und bleibt die erste Herren. Nach dem Abstieg gibt es für sie kein anderes Ziel als den direkten Wiederaufstieg. „Daran werde ich mich messen lassen müssen. Ich muss liefern“, redet auch Trainer Jörg Rademacher nicht um den heißen Brei herum. Dafür hat er zusammen mit Teammanager Gunnar Schäfer und Janßen für die Verbandsliga einen Kader zusammengestellt, „der Oberliga-Format hat“ (Rademacher).

Vier externe Neuzugänge, drei aus dem eigenen Unterbau

21 Mann umfasst derzeit das Aufgebot. Externe Neuzugänge sind der zweitligaerfahrene Rückraumspieler Tim Coors (zuletzt HF Springe, 3. Liga), Torwart Marius Voß (ATSV Habenhausen, Oberliga-Meister), Linksaußen Ole Goyert (TV Neerstedt, Oberliga) und Kreisläufer Thies Kohrt (SVGO Bremen, Verbandsliga). Dazu kommen aus der zweiten Mannschaft der lange am Kreuzband verletzte Rückraumspieler Jonas Meissner, Rechtsaußen Jonte Windels und Torwart Kerry Hoppe.

Das Team hinter dem Team verstärken Torwarttrainer Jens Kanzog und Fitnesstrainer Reiner Schumacher, die beide zuletzt wie Rademacher ebenfalls beim TV Neerstedt arbeiteten. Auch hinsichtlich der physiotherapeutischen Betreuung der Spieler sieht Rademacher die HSG sehr gut aufgestellt.

Testspiel gegen Drittliga-Aufsteiger ATSV Habenhausen

Den Feinschliff für die Saison will sich die HSG unter anderem beim stark besetzten Heimturnier um den Toyota-Engelbart-Cup vom 17. bis 19. August mit acht Mannschaften in der Stadionhalle holen. Highlight der Vorbereitung wird das Testspiel am 23. August (Mittwoch, 20 Uhr) gegen den Drittliga-Aufsteiger ATSV Habenhausen sein. Dazu kommen drei nicht-öffentliche Testspiele. Auf das Pokalturnier am 27. August (Samstag) verzichtet das Rademacher-Team und schickt die eigene Reserve nach Rotenburg. Die HSG I tritt dagegen bei einem Turnier in Nienburg an.

Bei der Handball-Spielgemeinschaft haben sie aber nicht nur die erste Mannschaft im Blick. Janßen verweist stolz darauf, dass in der kommenden Saison neun der 18 Teams im Verein Leistungsmannschaften sind. Dazu gehört auch die Landesliga-Reserve, die seit diesem Sommer von Ex-Keeper Timo Hermann und Torwart-Trainer Stefan Radtke betreut wird. „Timo ist super zufrieden. Seine Spieler sind voll im Saft und ziemlich heiß“, berichtet Janßen. Ein Mittelfeld-Platz ist erneut das Ziel bei der HSG II, mittelfristig hat Coach Hermann auch den Aufstieg im Visier.

Die enge Verzahnung zwischen den Mannschaften soll es ermöglichen, dass Akteure aus dem Verbandsliga-Kader Spielpraxis in der Landesliga sammeln. Gleichzeitig können sich Handballer aus der mit vielen Talenten gespickten zweiten Mannschaft für das Rademacher-Team empfehlen. Das gleiche Modell soll zwischen der zweiten Mannschaft und der ebenfalls leistungsorientiert arbeitenden dritten Mannschaft (Bremenliga) von Torben Müseler greifen.

Müseler trainiert auch die A-Jugend in der Oberliga, wo einige mehrere hoch veranlagte Nachwuchscracks spielen. Einer dieser „Zukunftsspieler“ (Janßen) ist der Beachhandball-U-Nationalspieler Niklas Kowalzik, der mit einem Zweitspielrecht auch für die A-Jugend der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Bundesliga Nord aufläuft. „Wir sind in der Jugend super aufgestellt“, finden Janßen und Rademacher unisono.

Rademacher-Verpflichtung entfacht neue Euphorie

Auch im Umfeld laufe es gut, betont Jürgen Janßen. Die Verpflichtung von Ex-Profi Jörg Rademacher habe eine Euphorie bei der HSG entfacht. „Wir haben neue Werbepartner gefunden“, betont der Vorsitzende. Auch der Dauerkarten-Verkauf laufe gut an. In der vergangenen Saison besuchten 17500 Zuschauer die Heimspiele der HSG-Mannschaften.

Also alles eitel Sonnenschein bei der Handball-Spielgemeinschaft? Mitnichten. Denn bei einem Thema ist Janßen seit Jahren „ziemlich angefressen“. Es ist das Thema Hallenzeiten und der Zustand vor allem der Stadionhalle, bei dem es für den HSG-Chef keine Fortschritte, sondern Stagnation gibt. Janßen schimpft: „Wir brauchen viel mehr Trainingszeiten – aber in den Sommerferien können wir nicht in die Halle, weil der Hausmeister nicht da ist.“ Es sei ein Unding, dass nur die erste Mannschaft alleine trainieren könne. Alle anderen Teams müssten sich mit mindestens einer weiteren die Hallen teilen.

Quelle: dk-online.de | Frederik Böckmann