Sandkrug. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben das Nachbarschaftsduell bei der TSG Hatten-Sandkrug verloren. Sie kassierten eine verdiente 24:28 (10:13)-Niederlage.

Dass die Leistungen seiner Mannschaft in den Punktspielen Spiegelbilder der vorausgegangenen Trainingseinheiten sind, hat Jörg Rademacher, Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, im Lauf der erst sechs Spieltage alten Saison 2018/19 schon mehrfach erklärt. Die drei Wochen vor dem Nachbarschaftsduell bei der TSG Hatten-Sandkrug hatten seinen Vorstellungen nicht entsprochen, die Quittung war die 24:28 (10:13)-Niederlage vor 400 Zuschauern in der Halle an der Schultredde. „Die Beteiligung war schlecht“, monierte Rademacher, „dann kann man viele Dinge halt nicht üben.“ Das sei allerdings nicht der einzige Grund für die „verdiente“ Niederlage in einem Derby, in dem die HSG vor allem in der zweiten Halbzeit im Grunde chancenlos war, fand der HSG-Trainer. „Das ist auch eine Einstellungssache. Das unbedingte Gewinnenwollen habe ich vermisst.“

TSG-Regisseur Andre Haake lobt seine Mitspieler
Der starke TSG-Spielmacher Andre Haake, der in der zurückliegenden Spielzeit mit den Delmenhorstern Verbandsliga-Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg gefeiert hatte, freute sich derweil über die Leidenschaft, mit der seine Mannschaft die 60 Minuten bestritt. Die sei neben der guten Abwehrleistung und dem überragenden Auftritt von Torwart Jan-Peter Steffens ausschlaggebend für den Heimsieg gewesen, lobte der mit zehn Treffern (3 Siebenmeter) erfolgreichste Werfer der Partie. „Ich habe versucht auszublenden, dass ich zuvor lange für die HSG gespielt habe“, erzählte Haake. Von 2010 an hatte er das Delmenhorster Trikot, zeitweise als Spielertrainer, getragen. „Ich habe noch guten Kontakt nach Delmenhorst, da ist alles gut. Wir stehen vor einer schweren Saison. Es war enorm wichtig, dass wir gewonnen haben.“ Hatten-Sandkrug, das als Verbandsliga-Vizemeister 2017/2018 mit Delmenhorst in die Oberliga aufgestiegen war, fuhr die Punkte vier und fünf ein und schob sich in der Tabelle an seinem Nachbarn vorbei.

Nach dem 5:5 liegt die HSG immer zurück
In der ersten Halbzeit bestimmten die Abwehrformationen das Geschehen. Beide Teams agierten in gut funktionierenden 6:0-Formationen. Hinter der von Hatten-Sandkrug bot Steffens vom Anpfiff an eine herausragende Leistung. In schöner Regelmäßigkeit wehrte er Würfe von alleine auf ihn zulaufenden und frei gespielten Delmenhorstern ab. Das führte dazu, dass die HSG in der zunächst ausgeglichenen Partie nicht in Führung ging. Die TSG erwischte den besseren Start (3:1, 9. Minute), ehe sich die Delmenhorster über ihre Defensive zum 4:4 (16., Lasse Till) kämpften. Jörn Janßen, mit Tim Coors, der ebenfalls sechsmal traf, bester HSG-Werfer, traf wenig später zum 5:5 (18.). Damit stand dann allerdings zum letzten Mal ein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Die Delmenhorster vergaben zwar viele klare Chancen, lagen aber dank einiger Ballgewinne in der Defensive beim 10:13 zur Pause aber noch nicht aussichtslos zurück.
Für TSG-Trainer Hauke Rickels war die erste Halbzeit richtungweisend. „Der Schlüssel zum Erfolg war die Art und Weise, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, vor allem in der Abwehr“, sagte er: „Ich bin sehr zufrieden.“
Die vielen Fehlwürfe – nach der Pause scheiterten sie unter anderem mit ihren beiden Siebenmetern an Steffens – schienen bei den Delmenhorstern Wirkung zu zeigen. In der Offensive wurden sie zu zögerlich, schafften es so nicht, Lücken in die von Till Schinnerer gut organisierte TSG-Abwehr zu reißen. „Kein Druck, keine Kombinationen“, haderte Rademacher. Zudem verlor die Delmenhorster Abwehr den Halt. Über das 15:11 (35.), das 20:13 (40.) kam Hatten-Sandkrug zu einer 24:17-Führung (46.).

Delmenhorst gelingt in Schlussphase Resultatsverbesserung
Rademacher versuchte mit vielen Wechseln und Veränderungen der Abwehrformation (Manndeckung gegen Haake, dann auch gegen Jonas Schepker), dem Spiel seiner Mannschaft neue Impulse zu geben. Die verkürzte ihren Rückstand. Janßen warf das 23:26 (57.), mehr ließen die Gastgeber aber nicht zu. „Ich weiß, dass wir es anders können. Wir haben die TSG stark gemacht“, ärgerte sich Rademacher mit Blick auf die Partie vor dem Derby und der dreiwöchigen Spielpause. Dank einer ganz starken Leistung hatten die Delmenhorster den Drittliga-Absteiger VfL Fredenbeck mit 37:32 bezwungen. „Ich habe die Mannschaft nicht wiedererkannt“, sagte Rademacher über den Derby-Auftritt, den er „erst einmal sacken lassen muss“. Nach dem überraschenden Coup in eigener Halle hatte er übrigens die Trainingsarbeit seiner Spieler gelobt.

TSG Hatten-Sandkrug: Steffens, Bruns; Kirschen, Schepker 4, Sauer 1, Schinnerer 7, Menkens 3, Larisch, Streckhardt 2, Haake 10/3, Spille, Lücken 1, Ghimes, Wolf.

HSG Delmenhorst: S. Schröder, Prvonozac; Meissner 2, Goyert, Sudau 2, Timmermann 1, Coors 6, M. Schröder 2, Janßen 6, Ludwig, Freese 3, Till 2.

Schiedsrichter: Becker, Schumacher (Hoykenkamp, Elsfleth).
Zeitstrafen: TSG 2 – HSG 0.
Siebenmeter: TSG 3/3 – HSG 2/0.
Spielfilm: 3:1 (9.), 4:4 (16.), 9:8 (25.), 13:10 – 16:12 (35.), 21:14 (41.), 24:17 (46.), 26:23 (57.), 28:24.

Quelle: dk-online.de (Lars Pingel)

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