Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben ihr Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TV Bissendorf-Holte mit 26:29 (11:14) verloren. Die Niederlage sei „unglücklich“, erklärte ihr Trainer Jörg Rademacher. 

Das Selbstvertrauen – das war letztlich der entscheidende Faktor im Vergleich der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst mit ihren Gästen vom TV Bissendorf-Holte. Vor 280 Zuschauern schleppten die Delmenhorster am Samstag eine Zwischenbilanz von 4:8 Punkten und eine schwache Leistung im vorausgegangenen Nachbarschaftsduell bei der TSG Hatten-Sandkrug (24:28) mit auf das Feld in der Stadionhalle, während die Bissendorfer zuvor fünf Siege in Folge, davon zwei mit einem Tor und zwei mit zwei Treffern Differenz, gefeiert hatten. Das zeigte sich in den entscheidenden Situationen, in denen der Tabellenzweite abgeklärter und ruhiger auftrat und daher sicherer spielte als die HSG. Das brachte dem TVB schließlich einen 29:26 (14:11)-Erfolg ein.

„Wir haben ein bisschen unglücklich verloren“, meinte HSG-Trainer Jörg Rademacher: „Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“ Den Eindruck hatte auch TVB-Coach Henning Sohl, der in seiner aktiven Zeit mit Rademacher und mit HSG-Torwarttrainer Jens Kanzog beim VTB Aljührden in der 2. Bundesliga zusammengespielt hatte. „Es war eigentlich ein Unentschieden-Spiel. Aber wenn es einmal läuft, dann läuft es halt“, sagte er nachdem der sechste Sieg im siebten Spiel der Saison 2018/2019 eingefahren war.

Delmenhorst startet gut
Von Verunsicherung war bei den Delmenhorstern zu Beginn der Partie nichts zu spüren. Sie erwischten einen guten Start, standen sicher in ihrer 6:0-Abwehr und gefielen auch in der Offensive. Ole Goyert, eigentlich Linksaußen übernahm für den verletzt fehlenden Frederic Oetken die Spielmacherrolle in der Rückraummitte, auf Halblinks setzte Jörn Janßen, der in den ersten 13 Minuten viermal traf und später mit neun Treffern erfolgreichster HSG-Werfer war, viele Akzente. Nach einem Treffer von Philipp Freese lag die HSG mit 6:4 vorn. Die ersten kleineren Schwächen im Angriff rächten sich allerdings sofort: Der TVB legte einen 3:0-Lauf hin. „Die HSG hat uns ins Spiel gelassen“, beschrieb Sohl dessen Wirkung. Vor allem die sehr bewegliche offensive Abwehr von Bissendorf-Holte, die aus der 3-2-1-Formation immer wieder mal in eine 5:1-Aufstellung wechselte, steigerte sich deutlich. Sie legte den Grundstein dafür, dass die TVB-Mannschaft über das 10:9 (24.) zu einer 14:11-Pausenführung kam.

HSG Delmenhorst verpasst Vorentscheidung
Dieser Rückstand warf die Delmenhorster, die großen Team- und Kampfgeist zeigten, noch nicht aus der Bahn. Rademacher stellte seine Offensive um. Torben Sudau übernahm die Rückraummitte, Goyert spielte fortan Außen. Das brachte die HSG-Offensive wieder ins Rollen, auch die Defensive wurde noch besser. Tim Coors, der fünf seiner sieben Tore in der zweiten Halbzeit erzielte, traf zum 16:16. Stefan Timmermann ließ wenig später das 17:16 folgen (39.). Die HSG setzte einen Fuß auf die Siegerstraße: Janßen traf von Halblinks zum 20:18 (44.). Dann verpasste es das Team allerdings, den anderen Fuß nachzuziehen. Es vergab einige klare Chancen. „Dann geht das Kopfkino wieder los“, stellte Rademacher fest. „Wenn wir mit drei nach vorn gehen, wird es schwer für Bissendorf. Doch das schaffen wir halt nicht. Das wird in der Oberliga bestraft.“

TV Bissendorf-Holte nutzt Verunsicherung der Delmenhorster
Erst recht von einer Mannschaft, die ganz offensichtlich an sich und ihre Stärken glaubt. Bissendorf warf erneut drei Tore in Folge, eins davon in Unterzahl und lag in der 48. Minute mit 22:21 vorn. Die Delmenhorster steckten zwar nie auf, doch sie verzeichneten anschließend mehr Fehlwürfe als der TVB, konnten diese in der Abwehr nicht mehr kompensieren und hatten auch noch Pech mit Schiedsrichter-Entscheidungen. Mit diesen haderte Rademacher, doch er wusste, dass seinem in den vergangenen Monaten vom Verletzungspech gebeutelten Team am Samstag eben das Selbstvertrauen fehlte, um gegen ein Spitzenteam noch einmal eine Wende zu schaffen. Es habe dann in Abwehr und Angriff ein paar Punkte gegeben, die nicht funktioniert hätten, erklärte der HSG-Trainer: „Dann kommt die Verunsicherung.“ Die nutzte der TVB.

Der Auftritt seiner Mannschaft ließ Rademacher aber trotz der Niederlage zuversichtlich nach vorn schauen. „Ich bin überzeugt, dass wir bald wieder punkten werden und dass dann der Knoten platzt“, sagte er.

HSG Delmenhorst: Lettmann, Prvonozac, Schröder; Meißner, Goyert 3, Sudau 5, Timmermann 1, Coors 7/3, Janßen 9/2, Markowski, Ludwig, Freese 1, Till.
TV Bissendorf-Holte: Maroldt, Thiemann; S. Brüggemann 2, Sander, Mayer 6, Seger, Jenner, Grass 4, Brauner, C. Rußwinkel 9/5, Bormann 3, F. Rußwinkel 5, L. Brüggemann.
Schiedsrichter: Pabst, Pahlke (TV Algermissen).
Zeitstrafen: HSG 3 – TVB 3.
Siebenmeter: HSG 6/5 – TVB 5/5.
Zuschauer: 280.
Spielfilm: 3:1 (7.), 6:4 (13.), 8:8 (22.), 11:14 – 17:16 (39.), 20:18 (44.), 20:21 (48.), 24:24 (54.), 25:28 (58.), 26:29.

Quelle: dk-online.de (Lars Pingel)

Bildunterschrift: Mussten eine unglückliche Heimniederlage hinnehmen: Jörn Janßen (Mitte) und seine Mannschaftskollegen der HSG Delmenhorst. Der Oberligist verlor gegen den TV Bissendorf-Holte um Tim Brauner (links) und Fabian Rußwinkel mit 26:29.
Foto: Rolf Tobis

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