Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben einen Heimsieg gefeiert. Sie setzten sich vor 280 Zuschauern in der Stadionhalle nach einer spannenden Partie mit 32:28 durch.

Der Blick auf die Anzeigetafel sorgte für Freude und, vor allem, für Erleichterung. „Natürlich haben wir Druck gehabt“, sagte Jörg Rademacher, Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, über den 32:28 (15:13)-Heimsieg über die HSG Barnstorf/Diepholz, den diese am Samstag in der Stadionhalle anzeigte. „Wenn wir verlieren, sind wir erst einmal weg vom Fenster.“ Mit dem dritten Erfolg der Saison 2018/19 blieb seine Mannschaft, die zuvor zwei Niederlagen kassiert hatte, mit nun 6:10 Punkten aber an den Mittelfeldplätzen der Tabelle dran. „Ich freue mich für sie“, sagte der HSG-Trainer: „Wir mussten und wollten uns belohnen für die Trainingsleistungen. Die letzten Wochen waren nicht einfach, weil wir in den Spielen ja Chancen hatten, aber zu viele nicht genutzt haben.“

HSG Delmenhorst kommt langsam in Schwung
280 Zuschauer sahen eine spannende Partie, in der beide Mannschaften zunächst Versuche vergeben hatten, die Klinke an der Tür zum Sieg richtig durchzudrücken. Dass es letztlich die Delmenhorster waren, die sie aufstießen und durchschritten, war für Dag Rieken, Trainer von Barnstorf/Diepholz, „am Ende verdient“. Sein Team habe in den letzten zehn Minuten nachgelassen. Das sei vor allem der Verletzungsmisere geschuldet. „Es war nicht möglich, die sieben Ausfälle zu kompensieren“, erklärte Rieken und lobte seine Spieler. „Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen. Sie haben eine sehr gute Partie gemacht. Kompliment.“
Der Vergleich zweier Teams, die seit Saisonbeginn mit verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen haben, kam schleppend in Fahrt. Barnstorf/Diepholz erreichte als erstes Betriebstemperatur, lag in der sechsten Minute mit 4:1 vorn. Mit engagierter Abwehrarbeit, die sie in einer 6:0-Formation leisteten, fanden dann auch die Delmenhorster in die Begegnung. Ihr Kreisläufer Michael Schröder sorgte für den ersten Ausgleich. Er traf zum 8:8 (17.). Und die Delmenhorster Sieben setzte nach. Ihr Torwart Sönke Schröder parierte einige schwere Würfe, sodass sich die eine oder andere kleine Unachtsamkeit im Angriff nicht negativ auswirkte. Delmenhorst führte zur Pause 15:13.

Delmenhorsts Torwart Sönke Schröder bringt sein Team auf die Siegerstraße
Nach dem Seitenwechsel schien es – zunächst – so, als sollten die Delmenhorster die Türklinke nicht mehr loslassen. Die Angriffe um den guten Rückraum mit Tim Coors (6 Tore), Jörn Janßen (6/2) und Torben Sudau (5) wurden sicher ausgespielt, der Vorsprung betrug konstant zwei bis drei Treffer. Dann fing sich Michael Schröder beim 18:16 (39.) eine Zeitstrafe ein. Die Delmenhorster versuchten, die Unterzahl durch einen sechsten Feldspieler wettzumachen. Doch sie schenkten den Ball zweimal her. Kevin Heemann und Jan Linné warfen ihn ins leere Tor: 19:19.

Delmenhorst verlor die Linie, Barnstorf/Diepholz fand sie. Angetrieben von seinem Besten, Saulius Liutikas, der als Werfer und Anspieler glänzte, lag der Gast in der 44. Minute mit 22:19 vorn.
Die Delmenhorster bewiesen Kampfgeist, arbeiteten sich die aufkommende Verunsicherung in der Defensive aus den Köpfen. Mit einem 3:0-Lauf stellten sie sich wieder neben ihren Gast in die Tür zum Sieg (46.). Dass sie ihn von dort verdrängten, verdankten sie Sönke Schröder. Der Torwart wehrte beim Stand von 25:25 (52.) einen Siebenmeter von Linné ab. „Das war ganz entscheidend“, erklärte Rademacher, für den der Keeper nicht nur deshalb „der Mann des Tages“ war.

Schröders Siebenmeter-Parade veredelte Stefan Timmermann. Von Rechtsaußen traf er zur ersten Delmenhorster Führung seit 13 Minuten: 26:25. Er war wie der Halblinke Lasse Till von Rademacher in der kritischen Phase aufs Feld gebracht worden. „Sie haben gezündet“, freute sich der Trainer auch über vier Treffer, die sie erzielten. Sein Team setzte sich ab. Timmermann machte mit seinem zweiten Tor zum 30:26 (57.) die Tür zum Sieg hinter den Delmenhorstern zu. Zu deren guter Teamleistung trug auch Frederic Oetken bei. Der am Daumen der linken Hand verletzte Rückraumspieler trat zu drei Siebenmetern an und verwandelte sie mit rechts. Oetken wird am Freitag, wenn Delmenhorst ab 20.30 Uhr bei der SG Achim/Baden antritt, wieder voll mitwirken können, erklärte Rademacher, der hofft, dass aus der Erleichterung bis dahin frisches Selbstvertrauen geworden ist. „Das brauchen wir“, sagte er und nannte noch einen weiteren positive Aspekt des Heimsiegs: „Er war für die anderen Mannschaften ein Zeichen.“

HSG Delmenhorst: S. Schröder, Prvonozac; Meißner, Goyert 4, Sudau 5, Timmermann 2, Coors 6, Oetken 3/3, M. Schröder 2, Janßen 6/2, Markowski 1, Freese 1, Till 2.
HSG Barnstorf/Diepholz: Biras, Schreiner; Mundhenke 1, Beljic 3, Gerke 1, Linné 6, Carsten-Frerichs 2, Heemann 7, Liutikas 6.
Schiedsrichter: Grosch, Sladky (TV Neu-Wulmsdorf).
Siebenmeter: Delmenhorst 6/5 – Barnstorf 1/0.
Zeitstrafen: Delmenhorst 3 – Barnstorf 2.
Zuschauer: 280.
Spielfilm: 1:6 (6.), 8:8 (17.), 12:11 (25.), 15:13 – 17:14 (34.), 18:16 (37.), 19:22 (44.), 22:22 (46.), 26:25 (53.), 30:26 (57.), 32:28.

Bildunterschrift: Die entscheidende Parade: Der Delmenhorster Torwart Sönke Schröder wehrte beim 25:25 den Siebenmeter von Jan Linné von der HSG Barnstorf/Diepholz ab. Damit brachte Schröder die Gastgeber auf die Siegerstraße.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online.de (Lars Pingel)

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