Achim. Großer Jubel bei der HSG Delmenhorst: Die Oberliga-Handballer haben ihr Auswärtsspiel bei der SG Achim/ Baden mit 26:21 (13:9) gewonnen.

Nachdem der erste Auswärtssieg der Saison bei der SG Achim/Baden unter Dach und Fach war, durfte das obligatorische Siegerselfie für das World Wide Web natürlich nicht fehlen. Also versammelten sich am späten Freitagabend in der kleinen Kabine am Lahof-Schulzentrum in Achim 15 Spieler, Trainer und Betreuer der HSG Delmenhorst mit Kaltgetränken in der Hand um die Bänke herum und strahlten nach einem packenden Fight inklusive 26:21 (13:9)-Erfolg um die Wette.
Die Erleichterung bei allen Beteiligten war spürbar. Denn der Aufsteiger sendete diese Botschaft an die Konkurrenten in der Handball-Oberliga hinaus: Die HSG Delmenhorst kann auch auswärts! Nachdem die Spielgemeinschaft die ersten drei Siege zu Hause eingefahren hatte, holte Delmenhorst nun die ersten zwei Punkte auf fremdem Parkett.

Nach dem ersten Oberliga-Auswärtssieg seit dem 24. Februar 2017 (32:23 bei der TSG Hatten-Sandkrug) war Trainer Jörg Rademacher stolz auf die Leistung. „Es hatte sich schon angedeutet, dass wir auf Grund unserer personellen Verbesserungen langsam in die richtig Spur kommen. Wir haben tolle Tore herausgespielt.“ Durch die Rückkehr des zuvor verletzten und dem Freitag starken Spielmachers Frederic Oetken „ist unser Angriffsspiel auch wieder flüssiger und torgefährlicher geworden“. Herausragend bei Delmenhorst war der Schlussmann: Torwart Sönke Schröder zeigte viele und teilweise spektakuläre Paraden (u.a. zwei gehaltene Siebenmeter).

Mit Blick auf die Tabelle sprach Rademacher von „zwei Big Points“. Denn Delmenhorst (jetzt 8:10 Punkte) rückte nach dem zweiten Sieg hintereinander auf Rang acht vor. Die Liga bleibt weiter eng. Auf den Drittletzten SG Bremen/Hastedt hat die HSG nur zwei Pluspunkte Vorsprung, auf den Fünften TV Bissendorf-Holte wiederum nur zwei Punkte Rückstand.

HSG Delmenhorst mit starker Abwehrleistung
Vor 300 Zuschauern, darunter zahlreichen Delmenhorstern, nahmen die Gäste den Rückenwind vom vorherigen Erfolg über die HSG Barnstorf/Diepholz (32:28) mit in das Spiel. Das Nachbarduell war eine dieser typischen Freitagspartien, in denen den Spielern der Arbeitstag möglicherweise noch in den Knochen steckte. Es hakte anfangs noch hier und da, doch beide Mannschaften gingen hochmotiviert in die Begegnung.

Die bissige Delmenhorster Deckung hatte den gegnerischen Angriff um Spielmacher Florian Block-Osmers und die weiteren starken Rückraumschützen sehr gut im Griff. Schon in der Anfangsphase sorgte Sönke Schröder mit seinen starken Paraden für den wichtigen Rückhalt. Während Achim/Baden überhastet und nervös abschloss, hatte Rademacher seine Mannschaft in der Offensive sehr gut eingestellt. Es war stark, wie Spielmacher Fino Oetken geschickt die Fäden zog, seine Mitspieler immer wieder gekonnt einsetzte und diese auch von allen Positionen tolle Treffer erzielten.

Erst der Zweikampf mit Haken und Ösen, dann doch noch der Torabschluss vor der Tribüne: Eine Szene aus der ersten Halbzeit mit den Beteiligten (von links) Kevin Podien, Tim Coors, Florian Block-Osmers und Frederic-Serafino Oetken. Foto: Rolf Tobis

Auch eine Deckungsumstellung der SG von 6-0 auf 5-1 brachte die Rademacher-Sieben nicht aus der Spur. Denn nachdem die Gastgeber zunächst durch den starken Joost Windßus (7 Tore) verkürzen konnten, blieb die HSG der von Rademacher ausgegebenen Marschroute, konzentriert abzuschließen, treu. Über 6:2 (10.), 10:4 (22.) und 12:8 (27.) führte Delmenhorst zur Pause 13:9.

Mit einer doppelten offenen Deckung gegen Oetken und Tim Coors versuchte die SG zu Beginn der zweiten Hälfte, den Spielrhythmus der Gäste zu stören. Das gelang kurzzeitig auch immer wieder. Außerdem lief auch SG-Keeper Olaf Sawicki, der von 2015 bis 2017 in Delmenhorst spielte, zu ganz starker Form auf

HSG Delmenhorst behält die Ruhe
Aber: Delmenhorst behielt immer die Ruhe und ließ die SG Achim/Baden nie mehr als auf einen Treffer herankommen. Von 15:13 (40.) zog Delmenhorst erst auf 20:15 (48.) davon. Und nachdem Achim/Baden auf 19:20 (52.) un 21:23 (56.) herangekommen war, gehörte den Gästen wieder die Schlussphase. Der überragende Sönke Schröder zog mit seinen letzten drei hervorragenden Paraden den SG-Angreifern den Zahn. Im Angriff trafen gleichzeitig Philipp Freese (2) und Fino Oetken – und der Sieg war perfekt.

Achim/Baden: Meinken, Sawicki, von Seelen; Block-Osmers 4/1, Borchert 4, Dreyer, Fastenau, Meyer 1, Mühlbrandt 1, Podien, Rauer, Schmidt, Windßus 7, Zysk 4 Delmenhorst: Prvonozac, Schröder; Coors 4, Freese 2, Goyert 5, Janßen 5, Markowski, Meissner, Oetken 9/5, Schröder 1, Till, Timmermann.
Zeitstrafen: Achim/Baden 4, HSG 4. Siebenmeter: Achim/Baden 3/1, HSG 7/5.
Spielfilm: 2:3 (6.), 2:6 (10.), 4:10 (22.), 8:11 (27.), 9:13 (29.), 13:15 (40.), 15:20 (48.), 19:20 (52.), 21:23 (56.), 21:26 (60.).
Schiedsrichter: Lichtenberg/Schweier (ATSV Habenhausen).
Zuschauer: ca. 300, darunter etliche HSG-Fans, die ihre Mannschaft begleiteten.


Quelle: dk-online.de (Heinz Quahs)

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