Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihren dritten Sieg in Folge gefeiert: Sie setzten sich am Samstag beim TSV Bremervörde mit 30:26 (18:12) durch.

Zum zweiten Mal in dieser Saison 2018/19 haben die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst ein ausgeglichenes Punktekonto. Mit einem 30:26 (18:12) beim TSV Bremervörde fuhren sie am zehnten Spieltag ihren fünften Saisonsieg ein. „Das war ganz, ganz wichtig“, sagte HSG-Trainer Jörg Rademacher über den Erfolg beim Tabellenvorletzten: „Wir brauchten die Punkte, um uns von der Abstiegszone abzusetzen.“ Der Vorsprung der Delmenhorster, die am Samstag zum dritten Mal in Folge gewannen, auf Bremervörde, das den ersten Regelabstiegsplatz belegt, wuchs bis auf fünf Zähler an.

HSG-Trainer Jörg Rademacher ist „sehr zufrieden“
Die HSG war nach dem furiosen 32:31 über die SG Bremen/Hastedt zum Auftakt und dem folgenden 21:28 beim ATSV Habenhausen in eine kleine Ergebniskrise geraten, die sie mit dann 4:10 Punkten in eine unangenehme Lage gebracht hatte. Aus der haben sich die Delmenhorster mit ihrer kleinen Siegesserie befreit. „Ich bin sehr zufrieden“, lobte Rademacher seine Mannschaft für den Auftritt in Bremervörde. „Wenn man sich den gesamten Spielverlauf ansieht, war das ein ganz souveränes Ding. In meinen Augen war der Sieg hochverdient.“

Rademacher musste seine zuletzt starke Abwehr personell etwas umstellen, da Philipp Freese, der in dieser auf der halbrechten Position agierte, berufsbedingt fehlte. Seine Aufgaben übernahm Torben Sudau. An der taktischen Aufstellung, der 6:0-Formation, änderte sich nichts. Und auch die Stabilität kehrte schnell zurück. „Wir wurden von Minute zu Minute sicherer“, freute sich der HSG-Trainer. Dass seine Mannschaft das Geschehen von der zehnten Minute an in den Griff bekam, verdankte sie außerdem ihren Torhütern. Rademacher bescheinigte Sönke Schröder „eine konzentrierte Leistung“, die von Deni Prvonozac veredelt wurde. Er kam vor der Pause zu zwei Siebenmetern aufs Feld – und wehrte beide ab. Die Delmenhorster holten sich mit ihrer starken Defensivarbeit das Selbstvertrauen, das sie nach einem etwas verfahrenen Beginn auch zu einer zumeist überzeugenden Angriffsleistung befähigte. „Das sah richtig gut aus“, fand Rademacher angesichts vieler klasse herausgespielter Treffer. Vom 5:4 (9. Minute) setzte sich die HSG über 12:8 (20.) bis zur Pause auf 18:12 ab.

Delmenhorster Vorsprung schrumpft bis auf 19:20
Ganz so rund lief es zunächst nicht weiter. „Wir kommen etwas schludrig raus“, meinte Rademacher über den Start seiner Mannschaft in die zweite Halbzeit. Die HSG verlor zudem etwas mehr als dreieinhalb Minuten nach Wiederbeginn ihren halbrechten Angreifer, der bis dahin (19:15) schon fünfmal getroffen hatte, und Abwehrorganisator Tim Coors. In „einer unübersichtlichen Situation“ (Rademacher) hätten die Schiedsrichter entschieden, dass der Delmenhorster seinen Gegenspieler beim Abwehrversuch im Gesicht getroffen hätte. Er erhielt die rote Karte. Rademacher hatte das anders gesehen. „Wir haben fünf Minuten gebraucht, um mit der Situation klarzukommen“, berichtete er. Die Bremervörder witterten Morgenluft, angefeuert von ihren Fans kamen sie weiter heran. Adnan Salkic traf zum 19:20 (38.).

Torben Sudau führt HSG in die Siegerspur
„Die Jungs haben Moral bewiesen und die Ruhe behalten“, lobte Rademacher seine Mannschaft. „Torben Sudau hat dann sehr gute Sachen gemacht“, erklärte er, wer die HSG maßgeblich endgültig in die Siegerspur brachte. Sudau erzielte von halblinks drei der vier Treffer – einer gelang Ole Goyert – in einem 4:0-Lauf der Delmenhorster (44.). Die brachten das 24:19 dann mit von Frederic Oetken, mit elf Treffern (davon sieben per Siebenmeter) erfolgreichster Werfer der HSG, geschickt geführtem Angriffsspiel und weiter guter Abwehrarbeit ins Ziel.

Auch eine weitere hitzige Situation warf die HSG nicht mehr aus der Bahn. Die Unparteiischen Maximilian Schwarze und Björn von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn) hätten nach einem harten Foul von Salkic am HSG-Akteur Niklas Schanthöfer, der ein Revanchefoul beging, beide Spieler des Feldes verwiesen, berichtete Rademacher. Sie zeigten dem Bremervörder und dem Delmenhorster in der 47. Minute nach der roten allerdings auch die blaue Karte, was bedeutet, dass die Disqualifikationen mit Zusatzberichten versehen werden. Dies hat eine weitere Bestrafung durch die zuständige Instanz und eine automatische Sperre von mindestens einem Spiel zur Folge. „Das muss ich mir noch einmal auf Video ansehen“, sagte Rademacher, ehe er noch auf die nächste Aufgabe seines Teams blickte. Am Samstag, 1. Dezember, empfängt die HSG den VfL Edewecht. Ziel sei es, nach dem elften Spieltag zum zweiten Mal in dieser Saison ein leicht positives Punktekonto zu haben. „Die Mannschaft ist schon jetzt heiß auf das Spiel“, sagte Rademacher: „Sie will die Partie unbedingt gewinnen.“

TSV Bremervörde: Krange, von Kamp; Dhume, Habermann 4, Janssen, Hollstein, Salkic 4/1, F. Thode, Nijland 3, J. Thode 3, Sickert 2, Weber 2, Moscinksi 8/3.
HSG Delmenhorst: Schröder, Prvonozac, Lettmann; Meißner, Goyert 4, Sudau 6, Timmermann 1, Coors 5, Oetken 11/7, Schanthöfer, Schröder 1, Janßen 1, Markowski 1, Till.

Schiedsrichter: Schwarze, von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn).
Zeitstrafen: TSV 6 – HSG 1.
Rote Karte ohne Bericht: Coors (34.).
Rote Karten mit Bericht: Salkic (47.), Schanthöfer (47.).
Siebenmeter: TSV 7/4 – HSG 7/7.
Spielfilm: 3:3 (4.), 4:5 (9.), 8:13 (21.), 12:18 – 14:19 (33.), 19:20 (38.), 19:24 (45.), 22:26 (51.), 26:30.

Quelle: dk-online.de (Lars Pingel)

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