Delmenhorst: Handballparty in der Stadionhalle: Der Oberligist HSG Delmenhorst verlor dort vor 400 Zuschauern ein hochklassiges Spiel gegen den Spitzenreiter OHV Aurich mit 21:23 (10:8).

Eine „Riesenparty“ hatte sich Jörg Rademacher, Cheftrainer der Handballer der HSG Delmenhorst, im Vorfeld der Begegnung des Oberliga-Sechsten mit dem verlustpunktfreien Überflieger OHV Aurich gewünscht. Die Spieler beider Mannschaften sowie 400 Zuschauer (darunter 80 Auricher) haben am Samstagabend in der Halle am Stadion dafür gesorgt, dass der Wunsch des Coaches in Erfüllung ging. Allerdings endete die Party mit einem leichten Kater für die Gastgeber, denn sie unterlagen nach großem Spiel mit 21:23 (10:8). Die Delmenhorster, Aufsteiger aus der Verbandsliga, melden nunmehr 12:12 Punkte. Die Ostfriesen, Absteiger aus der 3. Liga, belegen mit 24:0 Zählern den ersten Platz.

Bei der Analyse herrschte Einigkeit darüber, dass die Rote Karte, die Tim Coors, Leistungsträger der HSG, nach 45:58 Minuten beim Stand von 17:16 sah, zu den Knackpunkten gehörte. Doch der Reihe nach.

Delmenhorst liegt zur Pause vorn
Durch zwei Treffer von Paul Jordan hieß es 0:2 (2:34). Die Hausherren, die nach dem auf hoher Qualität stehenden Treffen Lob auch vom Gegner erhielten, ließen sich jedoch nicht beeindrucken. Nach 10:40 Minuten verwandelte Frederic Oetken einen Siebenmeter zum 5:2. In der Folgezeit lag die HSG, die erneut überragende Abwehrarbeit leistete, vorn. Aurichs Tim Stapenhorst gelang das 6:5 (14:17.), doch nach Oliver Staszewskis 7:6 (19:11.) bescherten Oetken, Marcian Markowski und Ole Goyert der HSG das 10:6 (23:26.). Vor dem Seitenwechsel gelangen dem „klaren Favorit“ (Rademacher) zwei weitere Treffer.

10:8 – nur acht Gegentore gegen den souveränen Spitzenreiter zeigten, dass Delmenhorst, das zuvor vier Siege in Folge erreicht hatte, sehr konzentriert und mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein zu Werke ging. Das Team stand vor einer klareren Führung, doch die Nummer 1 der Oberliga besaß in Edgars Kuksa einen herausragenden Schlussmann. Gegenüber Sönke Schröder zeigte ebenfalls einen starken Auftritt, hatte jedoch Glück, dass der OHV in Halbzeit eins gleich fünfmal an Latte oder Pfosten scheiterte.

Natürlich verstärkten die Gäste nach der Pause ihre Bemühungen. Jordan glich nach 34:01 Minuten zum 10:10 aus. HSG zog auf 13:11 davon (38:26.). Nach Coors’ Foul an Jordan folgte die Disqualifikation des Delmenhorsters (ohne Bericht). „Bei harter Regelauslegung kann man die Rote Karte geben, aber zwei Minuten hätten es auch getan“, meinte Coors am Sonntag. „Ich habe den Gegenspieler leicht im Gesicht touchiert.“ Rademacher bezeichnete die Disqualifikation als „Fehlentscheidung“, HSG-Vorsitzender Jürgen Janßen als „gerechtfertigt“.

Nach dem Feldverweis gelang Torben Sudau zwar das 18:16 (46:50), doch nach 51:47 Minuten hieß es 18:19. Sudaus 19:19 (53:58.) beantwortete Staszewski, nach der Pause mit fünf Toren erfolgreichster Werfer der Auricher, mit dem 18:19 (51:47). Im Anschluss daran gab der Tabellenerste die Führung nicht mehr ab. Nach Janßens 21:22 (57:59) stand Oetken vor dem Ausgleich, doch Kuksa parierte. Den Schlusspunkt setzte Staszewski nach 58:58 Minuten.

HSG-Trainer Jörg Rademacher sieht „Werbung für den Handball“
Die Mannschaften holten sich nach dem Abpfiff den verdienten Beifall ihrer Fans ab. Die Teams boten den Zuschauern eine hochklassige, spannende Oberliga-Partie, „Wir haben viel Werbung für den Handball gemacht“, meinte Rademacher und niemand widersprach. Für die Niederlage seiner Schützlinge gibt es in erster Linie drei Gründe: Das Auslassen guter Chancen, das frühe Ausscheiden von Tim Coors und die größere Cleverness der Auricher in entscheidenden Szenen, HSG verlor gegen einen Gegner, der den Abstieg aus der 3. Liga als „Betriebsunfall“ ansieht und mit Macht den sofortigen Wiederaufsteig anstrebt.

Delmenhorst tritt am 15. Dezember in Cloppenburg an
Die Delmenhorster, die Überflieger OHV Aurich an den Rande eines Unentschiedens oder gar einer Niederlage führten, haben allen Grund, auf ihre couragierte und begeisternde Leistung stolz zu sein. Das letzte Punktspiel dieses Jahres bestreiten sie am Samstag, 19.45 Uhr, beim TV Cloppenburg. Spätestens dann sollte sich der leichte Kater, Folge besagter Handballparty, verabschiedet haben.

HSG Delmenhorst: S. Schröder, Lettmann, Prvonozac; Goyert 4, Sudau 4 Timmermann 1, Coors 3, Oetken 2/2, M. Schröder, Janßen 5, Markowski 1, Freese 1, Till.

OHV Aurich: Kuksa, Möhlmann; Crnic 4/1, de Buhr, Siedler 2, Günsel, Groß 1, Staszewski 6, Stapenhorst 2, Jordan 4, Schweigert 4/2, Dalluegge.
Zeitstrafen: HSG 4 – OHV 3.
Rote Karte: Coors (46.), Foulspiel.
Siebenmeter: HSG 4/3 – OHV 4/3.
Schiedsrichter: Farhat, Jansen (Dodesheide/Nordhorn).
Spielfilm: 0:2 (3.), 5:2 (11.), 6:5 (15.), 10:6 (24.), 10:8 – 10:10 (35.), 13:11 (39.), 18:16 (46.), 18:19 (52.), 19:22 (57.), 21:22 (58.), 21:23.
Zuschauer: 400 (darunter 80 Auricher).

Bildunterschrift: Ein harter Kampf: OHV-Spieler Tim Stapenhorst (Dritter von rechts) reißt den Delmenhorster Ole Goyert um. Die Auricher hatten viel Mühe und setzten sich etwas glücklich bei der formstarken HSG Delmenhorst durch.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online.de (Klaus Erdmann)

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