Delmenhorst. Die 18-jährigen Fynn Braunschweig, Bastian Schäfer und Lukas Wind haben viel Spaß an ihren Doppelrollen: Sie sind für die HSG Delmenhorst als Spieler und Schiedsrichter aktiv.

Die Wochenenden sind bei Fynn Braunschweig, Bastian Schäfer, Lukas Wind überwiegend für Handball reserviert. Und das nicht nur, weil die drei 18-Jährigen regelmäßig für die A-Jugend der HSG Delmenhorst auf Torejagd gehen.
Sie kennen das Spielfeld auch aus anderer Perspektive: als Schiedsrichter. „Wir pfeifen bis Landesebene“, erzählt Fynn Braunschweig. Zusätzlich zum eigenen Spielbetrieb stehen sie im Schnitt alle drei Wochen auf dem Parkett, um Partien als Unparteiische zu leiten. Dass ein Schiedsrichter-Gespann nur aus zwei Referees besteht, ist dabei kein Hindernis. Im Gegenteil, denn das Delmenhorster Trio harmoniert auch in dieser Hinsicht gut. „Meistens hat einer keine Zeit, damit hat sich das erledigt“, erklärt Lukas Wind, wie sich die jeweilige Zweierkonstellation zusammensetzt.

Spieler, Trainer und Basketball-Fan
Schließlich haben die drei auch abseits ihres Schiedsrichterdaseins einiges zu tun. Dreimal wöchentlich trainieren sie mit der A-Jugend. Wind selbst reist als Basketball-Fan auch regelmäßig mit den EWE Baskets Oldenburg zu Heim- und Auswärtsspielen des Bundesligisten.

Bei Bastian Schäfer kommt eine Doppelbelastung als Spieler der zweiten Männermannschaft in der Landesliga dazu; neben seiner Funktion als Trainer einer Jugendmannschaft. Wenn Fynn Braunschweig und Lukas Wind in Zukunft auch Spiele in Landesligen und auf Ebene des Handball-Verbands Niedersachsen (HVN) pfeifen wollen, dann wird er passen müssen. „Das passt leider nicht in den Kalender“, räumt Schäfer ein. Auf Regionsebene fahre er maximal 30 Minuten zu einer Partie, auf Landesebene könnten es etwa nach Bissendorf schnell eineinhalb Stunden werden. „Da ist ein ganzer Tag weg.“

Es gibt Grenzen für die Doppelrolle
Außerdem räumt das Trio der HSG Delmenhorst den Einsätzen als Spieler immer noch den Vorrang ein. Immerhin spielen sie seit ihrem fünften Lebensjahr gemeinsam. Und auch wenn sie gerne noch höher pfeifen würden, gibt es für diese Doppelrolle Grenzen. „Ab der dritten Liga darf man nicht mehr pfeifen und spielen. Das könnten wir wohl schaffen, müssten aber zurückstecken“, sagt Bastian Schäfer. Auch an zwei Wochenenden in Folge dürften sie nicht keine Zeit haben, merkt Lukas Wind an. Hinzu komme, dass mit Spielanalysen, An- und Abreise das ganze Wochenende geblockt werden müsse, ergänzt Fynn Braunschweig. Ganz zu schweigen von Partien unter der Woche.

In den untersten Ligen wollen sie allerdings auch nicht die ganze Zeit pfeifen. „Die sind ein bisschen langweilig: Du musst viel durchgehen lassen und hast frühe Anpfiffe“, umreißt Lukas Wind. Eine Partie sei angenehmer zu pfeifen, wenn die Spieler ambitioniert ans Werk gehen. Bastian Schäfer erinnert sich noch an eine Begegnung, bei der er vor der Heimmannschaft an der Halle und entsprechend vor verschlossenen Türen stand. Auch Anrufe sonntagmorgens um zehn Uhr mit der Bitte, ein Spiel zu übernehmen, kennt das Trio.

„Schiris sind auch nur Menschen“
Wirklich schlechte Erfahrungen haben sie als Schiedsrichter noch nicht gemacht, sagen sie. Bei einem Turnier verteilte Lukas Wind einmal zwei Rote Karten. Sonst gehe es jedoch überwiegend fair zu. „Trainer lamentieren viel, da muss man eine gerade Linie fahren“, sagt Fynn Braunschweig. Man dürfe keinen Beteiligten zu viel meckern lassen, sonst heize die Stimmung auf. Doch sie sind sich auch bewusst, dass die Unparteiischen ebenfalls Fehler machen. „Schiris sind auch nur Menschen“, sagt Bastian Schäfer.

Wie es für die drei Schiedsrichter und Spieler der HSG Delmenhorst in der neuen Saison weitergeht, wird sich noch zeigen müssen. Auch, weil sie ihre Einsätze als Spieler dann im Herrenbereich absolvieren. Klar ist aber, dass der Handball auch weiterhin eine bedeutende Rolle für sie spielen wird.

Bildunterschrift: Kennen ihren Sport aus allen Perspektiven: Fynn Braunschweig, Bastian Schäfer und Lukas Wind sind für die HSG Delmenhorst als Schiedsrichter und als Spieler im A-Jugendteam aktiv.
Foto: Niklas Golitschek

Quelle: dk-online (Niklas Golitschek)

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