Herren1 20190204Delmenhorst. Vor über 400 Zuschauern halten die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst gegen den Verbandspokalsieger ATSV Habenhausen lange mit, doch ein Torwart lässt den Aufsteiger verzweifeln.

„Die Chancenverwertung war unser Manko.“ Jörg Rademacher, Cheftrainer der HSG Delmenhorst, sprach nach dem Spiel seiner Schützlinge gegen den ATSV Habenhausen aus, was die 410 Zuschauer in der Halle am Stadion zuvor gesehen hatten. Der Gastgeber vergab gegen die Bremer zu viele Gelegenheiten. Der Neuling vermochte gegen den Verbandspokalsieger, der die Vizemeisterschaft anstrebt, durchaus zu gefallen und mitzuhalten, musste am Ende jedoch ein 22:27 (10:11) quittieren.

Im ersten Heimspiel nach der Winterpause fehlte bei der HSG am Samstagabend Ole Goyert (Verdacht auf Bänderriss).
Die Delmenhorster traten von Anfang an so auf, wie es Rademacher nach dem 30:30 bei der SG Bremen/Hastedt gefordert hatte: kampfstark und diszipliniert. „Die Mannschaft hat super gekämpft“, betonte der Coach nach dem 15. Saisonspiel, das seiner Mannschaft die siebte Niederlage bescherte.

Sommerfeld mit 20 Paraden
Nach dem 3:3 verschafften Frederic Oetken und Lasse Till der HSG einen Zwei-Tore-Vorsprung. In der 21. Minute traf Jörn Janßen zum 10:7. Im Anschluss daran gelang dem Team vor der Pause kein Treffer mehr. Die Folge: Hbenhausen holte Tor um Tor auf und lag nach der ersten Halbzeit mit 11:10 vorne. „Wir hätten zur Pause führen können“, unterstrich Rademacher.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Aufsteiger den herausragenden Daniel Sommerfeld, Keeper des Drittliga-Absteigers, längst warm geworfen. Er zeigte einige ausgezeichnete Paraden und raubte den Hausherren ein ums andere Mal den Nerv. Habenhausens Cheftrainer Matthias Ruckh sagte nach der Partie, dass Sommerfeld 20 Bälle gehalten habe.
Auch nach dem Wiederanpfiff tat sich Delmenhorst zunächst schwer. Oetken vergab einen Siebenmeter und erst in der 35. Minute gelang Tim Coors das 11:11. Die HSG schien wieder im Spiel, doch die Antwort des Favoriten ließ nicht lange auf sich warten: Lukas Feller, der überragende Mirco Wähmann mit Siebenmeter, Janik Schluroff und Felix Meier sorgten dafür, dass Habenhausen auf 15:11 davon zog. Die Gastgeber steckten jedoch nicht auf. In der 44. Minute traf Janßen zum 14:15.

„HSG wächst immer mehr zusammen“
Doch nach dem 16:17, das Lasse Till in der 46. Minute gelang, setzte sich der Gast deutlicher ab. Während die HSG weiter gute Möglichkeiten ungenutzt verstreichen ließ, punktete der Kontrahent mit einer besseren Chancenausnutzung. Der Delmenhorster Schlussmann Sönke Schröder gehörte ebenfalls zu den stärksten Akteuren, doch auch er vermochte nicht zu verhindern, dass Meier in der 51. Minute erstmals für einen Vier-Tore-Vorsprung des Spitzenteams sorgte (21:17).
Diese Führung ließ sich der ATSV erwartungsgemäß nicht mehr entreißen. Er kontrollierte während der letzten Minuten dass Geschehen, ging in der 56. Minute durch Schluroff mit 25:20 in Führung und brachte diesen Fünf-Treffer-Vorsprung ins Ziel. Elf der 27 ATSV-Tore gingen auf das Konto von Rückraumspieler Mirco Wähmann, der vor der Pause siebenmal zulangte und seine sämtlichen vier Siebenmeter verwandelte.

Ruckh sagte: „Wir wussten, dass es schwierig wird, denn die HSG wächst von Woche zu Woche mehr zusammen.“ Seine Mannschaft sei nicht so richtig ins Spiel gekommen, habe sich dann jedoch „voll reingehauen“.
Rademacher betonte, dass er seine Mannschaft nicht viel schlechter gesehen habe. Man habe einige unglückliche Gegentore aus der zweiten Reihe bekommen. Er könne seinem Team keinen Vorwurf machen. An der besseren Verwertung der Chancen müsse man weiter arbeiten. „Aber wenn Spieler nur einmal in der Woche zum Training kommen, kann ich mit ihnen nicht individuell trainieren“, fügte Rademacher hinzu.

Nach der Niederlage gegen Habenhausen stehen zwei Auswärtsaufgaben auf dem Programm der Delmenhorster. Am Samstag, 19.30 Uhr, gastieren sie beim SV Beckdorf und am Samstag, 23. Februar, 19.30 Uhr, stellen sie sich beim VfL Fredenbeck vor. Das nächste Heimspiel folgt erst am Freitag, 1. März, 20.30 Uhr, gegen die TSG Hatten-Sandkrug.

HSG Delmenhorst – ATSV Habenhausen 22:27
HSG Delmenhorst: Lettmann, Prvonozac, S. Schröder; Thorsten Gaertner, Sudau 1, Timmermann 2, Coors 6, Oetken 4/2, M. Schröder 1, Markowski, Janßen 3, Freese, Till 5.
ATSV Habenhausen: Sommerfeld, Abshagen; Fischer 1, B. Wähmann 3/1, Monroy, Meier 4, Schluroff 4, M. Wähmann 11/4, Stüven, Rojahn, Schäfer, Marien, Feller 4, Steghofer.
Siebenmeter: HSG 3/2 – ATSV 6/5.
Zeitstrafen: HSG 3 – ATSV 4.
Schiedsrichter: Maximilian Schwarze/Björn von der Linde.
Zuschauer: 410.
Spielfilm: 5:3 (10.). 7:5 (16.), 10:7 (21.), 10:11 – 11:11 (35.), 11:15 (40.), 14:15 (44.), 17:19 (48.), 17:21 (51.), 20:25 (56.), 22:27.

Bildunterschrift: Michael Schröder (2. von rechts) gelang gegen Habenhausens Deckung um den überragenden Torwart Daniel Sommerfeld ein Treffer.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online (Klaus Erdmann)

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