Delmenhorst. Handball-Oberligist HSG Delmenhorst verliert bei Spitzenmannschaft VfL Fredenbeck mit 28:30. Zwischendurch muss sogar der Torwarttrainer mitspielen.

Mit dem 28:30 (14:15) beim Tabellendritten VfL Fredenbeck haben die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, die zuvor 9:1-Auswärtspunkten holten, in fremder Halle eine Niederlage kassiert. Aufsteiger HSG brachte den Drittliga-Absteiger lange in Bedrängnis, vergab jedoch erneut zu viele Chancen. Trainer Jörg Rademacher: „Uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit.“ Zudem besaß der VfL in Schlussmann Jan Peveling einen herausragenden Spieler. Der Routinier, so der Trainer der HSG, habe Fredenbeck den Sieg gerettet.

Den Delmenhorstern hingegen bereitete die Torwart-Position Probleme.
Mirko Lettmann fehlte krankheitsbedingt. Deni Prvonozac, von dem sich Rademacher aufgrund guter Trainingsleistungen einiges erhofft hatte, verletzte sich beim Aufwärmen (Verdacht auf Bänderriss). Somit stand mit Sönke Schröder lediglich noch ein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung. Er wurde in der 54. Minute am Kopf getroffen. „Sönke hatte Nasenbluten und das Spiel musste unterbrochen werden“, berichtete Rademacher. Torwart-Trainer Stephan Görtz kam ins Spiel uns parierte prompt einen Siebenmeter. „Dass ein Betreuer ins Tor muss, habe ich während meiner Karriere noch nicht erlebt“, meinte der Coach. Anschließend stand Schröder wieder zwischen den Pfosten.

Führung in der zweiten Halbzeit
Die HSG, die am Samstagabend in der Geestland-Halle auch auf den beruflich verhinderten Philipp Freese verzichten musste, kam nur schleppend ins Spiel. Nach 1:4 glich der Gast zum 4:4 aus. Den Fredenbeckern gelang es nicht, sich deutlich abzusetzen. Zur Pause führte der Hausherr mit 15:14.
„Ich hatte das Gefühl, dass etwas geht“, sagte Rademacher. Seine Schützlinge verstärkten diesen Eindruck: In der 34. Minute hieß es nach Toren von Jörn Janßen, Lasse Till und Tim Coors 15:17. „Ein Drei-Tore-Vorsprung wäre eventuell der Knackpunkt gewesen“, meinte Rademacher. Doch nach dem 21:23 zog der Gegner, der in der 46. Minute Jonas Buhrfeind durch Disqualifikation verlor (Foul an Frederic Oetken) auf 25:23 davon (49.). Über 25:25 (51.) kam der VfL in der 54. Minute zum 28:25.

Ausgleichstor aberkannt
Nach Stefan Timmermanns 29:28 (58:06) erzielte Coors ein Tor. Die Schiedsrichter hatten jedoch ein Stürmerfoul gesehen und erkannten den Treffer nicht an. Eine Entscheidung, mit der sich Rademacher nicht einverstanden zeigte. Nach 58:32 Minuten markierte Arne Eschweiler das 30:28. Gleich 14 Treffer gingen auf das Konto des linken Fredenbecker Rückraumspielers Jan Torben Ehlers, dem Rademacher „viele einfache Tore“ attestierte.
„Wir waren spielerisch nicht weit weg, hatten aber viele unglückliche Situationen“, unterstrich Rademacher. Das Manko sei die Verwertung der Möglichkeiten gewesen („Da fehlt uns noch etwas“). Es sei schade, dass die Mannschaft sich für ihr gutes Spiel nicht belohnt habe.

Es gelte nun, so Rademacher, die Spieler wieder aufzurichten. Man werde am Montagabend über die Partie sprechen, sich dann jedoch auf die nächste Aufgabe vorbereiten. Diese wartet bereits am Freitag auf die HSG. Um 20.30 Uhr empfängt der Oberligist in der Halle am Stadion die TSG Hatten-Sandkrug.

Quelle: dk-online (Klaus Erdmann)

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