Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben der SG Achim/Baden am Samstag in der Stadionhalle keine Chance gelassen. Sie feierten einen 33:23-Heimsieg.





Jörg Rademacher war schon zehn Minuten vor dem Schlusspfiff bestens gelaunt. Er klatschte die Spieler auf der Bank ab, scherzte mit ihnen. Das Geschehen auf dem Spielfeld der Stadionhalle verlangte allerdings auch nicht mehr nach der vollen Aufmerksamkeit des Trainers der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst. Die hatten nämlich schon längst alle Zweifel daran beseitigt, dass sie einen klaren Heimsieg über die SG Achim/Baden feiern würden. Nach dem neunten Treffer von Torben Sudau, erfolgreichster Werfer des Teams, lag die HSG mit 29:13 vorn. Wenig später feierte sie mit ihren Fans unter den 250 Zuschauern auf der Tribüne einen 33:23 (17:10)-Erfolg.

Gästetrainer lobt Delmenhorster
"Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient", lobte Rademacher. Er hatte vor der Partie eine Reaktion auf die 30:32-Niederlage, die die HSG am Vorwochenende beim TV Bissendorf-Holte hinnehmen musste, gefordert. Die hatten seine Spieler recht eindrucksvoll gezeigt. Das sah auch Tobias Naumann so. "Die HSG hat zu recht und verdient so hoch gewonnen", sagte der Trainer der Gäste: "Delmenhorst hat eine klasse Leistung geboten."

Statistik
HSG Delmenhorst - SG Achim/Baden 33:23
HSG Delmenhorst: Lettmann, Schröder; Goyert 2, Sudau 9, Timmermann 3, Schanthöfer, Markowski, Janßen 8/2, Kohrt 4, Coors 4, Freese 3, Till 1.
SG Achim/Baden: Sawicki, von Seelen; Block-Osmers 5/1, Wendel, Jacobsen 3, Wolters 1, Zysk 2, Dreyer 2/1, Fastenau 2, Pfeiffer 4, Meyer 2, Balke 2.
Schiedsrichter: Dettloff, Grow (Stedingen).
Zeitstrafen: HSG 0 – SG 0.
Siebenmeter: HSG 2/2 – SG 3/2.
Zuschauer: 250.
Spielfilm: 5:1 (8.), 10:6 (17.), 13:7 (24.), 17:10 – 21:11 (34.), 25:13 (44.), 29:16 (49.), 33:23.

Etwas, das Rademacher in den zurückliegenden Wochen mächtig gestört hatte, waren die schwachen Startphasen seiner Mannschaft. In Bissendorf (4:9, 14.), gegen die TSG Hatten-Sandkrug (2:6, 9./Endstand: 27:25) und beim VfL Fredenbeck (1:4, 5./28:30) lag die HSG früh in Rückstand. "Das wollten wir besser machen, das haben wir auch besser gemacht", sagte Rademacher über die ersten Spielminuten gegen Achim/Baden. Und wie. Die Delmenhorster, denen die verletzten Deni Prvonozac und Frederic Oetken fehlten, arbeiteten vom Anpfiff an engagiert und gut aufeinander abgestimmt in ihrer 6:0-Abwehr, sie konnten sich auf ihren sicheren Torwart Sönke Schröder verlassen und fanden in der Offensive eine gute Mischung aus Kombinationen und Einzelaktionen. Dazu kam, dass die HSG-Spieler ihre Chancen entschlossen nutzten. In der achten Minute traf Lasse Till zum 5:1. Radmacher war zufrieden:
"Wir haben von Beginn an Druck auf Achim/Baden ausgeübt."
Naumann, der den Ausfall seines Linksaußen Kevin Podien (89 Saisontore) kompensieren musste, versuchte früh, den Spielfluss der Delmenhorster mit einer Auszeit zu stören (9.). Das halt ebenso wenig, wie Auswechslungen Umstellungen in der Abwehr. So ließ er in der Schlussphase der ersten Halbzeit den HSG-Halbrechten Tim Coors in Manndeckung nehmen. Trotzdem wuchs der 7:12-Rückstand (22.) bis zum Pausenpfiff noch ein wenig an. Die SG-Spieler nahmen ein 10:17 mit in die Kabine. "Wir haben in allen Mannschaftsteilen nicht das gezeigt, was wir können", haderte Naumann. Ihm fehlte es vor allem an der Einstellung.
HSG Delmenhorst findet immer eine Lösung
"Wir haben uns gute Dinge herausgespielt und uns dafür auch belohnt", erklärte Rademacher, warum seine Mannschaft nach der Pause nicht mehr in Schwierigkeiten geriet. Sie drückte nach dem Wiederanpfiff sofort wieder mächtig aufs Gaspedal. Innerhalb von nicht einmal vier Minuten enteilte sie bis auf 21:11. Die Delmenhorster fanden für alle Aufgaben, die ihnen die SG, zum Beispiel mit einer doppelten Manndeckung gegen Coors und Jürgen Janßen, schnell Lösungen. In dieser Phase kam Stefan Timmermann als zusätzlicher Rückraumspieler für den Kreisläufer, dafür lief dann immer wieder ein HSG-Außen zwischen den vier SG-Abwehrspielern ein. Die HSG war konstant erfolgreich: Sudau warf das 26:13 (45.), Timmermann das 28:15 (46.) und Janßen sorgte dann dafür, dass er in der Kabine demnächst eine Runde Kaltgetränke spendieren muss: Er warf das 30. HSG-Tor (30:18, 53.).

Rademacher gab allen Aktiven, die im Kader standen, mindestens ein paar Minuten Spielpraxis. Er freute sich, dass das dem Niveau des Spiels keinen Abbruch tat. "Das war wichtig für die nächsten Spiele", erklärte er. Dass den Gäste trotzdem noch etwas Ergebniskosmetik gelang, störte den HSG-Trainer nicht. Er blickte lieber voraus. "Wir wollen noch so viele Punkte holen, wie möglich", erklärte Rademacher. Sechs Gelegenheiten hat der Aufsteiger, der mit 21:19 Zählern Tabellenplatz sechs belegt, bis zum letzten Spieltag 2018/19 am 4. Mai noch. Die erste davon bietet sich ihm wieder in eigener Halle. Am Samstag, 23. März, 19.15 Uhr, erwartet die HSG den TuS Rotenburg.

Bildunterschrift: Ließen sich nicht aufhalten: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um Torben Sudau (links). Sie feierten einen 33:23-Heimsieg über die SG Achim/Baden mit Steffen Fastenau.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online (Lars Pingel)

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