Delmenhorst. Die Handballer der HSG Delmenhorst feiern gegen den TuS Rotenburg den höchsten Oberliga-Sieg seit mehr als drei Jahren.

Die HSG-Fans unter den 320 Zuschauen haben am Samstag in der Halle Am Stadion einen Handballabend nach Wunsch erlebt: Der Delmenhorster Oberligist siegte gegen den TuS Rotenburg auch in dieser Deutlichkeit verdient mit 37:22 (19:12), weist nunmehr 23:19 Punkte auf, zeigte sowohl in der Offensive als auch im Defensivbereich einen überzeugenden Auftritt und brachte bereits nach 21 von 26 Punktspielen den Klassenverbleib unter Dach und Fach. HSG-Trainer Jörg Rademacher reagierte auf die entsprechende Anmerkung von Pressekonferenz-Moderator Dieter Freese („Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt“) mit einem Lächeln und zeigte sich einverstanden: „Heute haben wir den Klassenerhalt festgemacht.“ Später fügte er hinzu: „Wenn mir im September jemand gesagt hätte, das wir fünf Spieltage vor Schluss den Deckel draufmachen, hätte ich gesagt, der ist verrückt.“

Fünfte Rotenburger Packung in Serie
Gegenüber dem ersten Abstiegsplatz, den der SV Beckdorf einnimmt, weist die HSG zwölf Punkte Vorsprung auf. Die SG HC Bremen/Hastedt ist Drittletzter (Rademacher: „Den muss man im Auge behalten“) und meldet 13:29 Zähler.
Die Rotenburger, die die fünfte deutliche Niederlage in Folge kassierten, hielten zunächst gut mit und lagen in der zwölften Minute mit 8:7 in Führung. Dann jedoch übernahmen die im Stil einer Spitzenmannschaft und phasenweise wie entfesselt auftretenden Delmenhorster endgültig die Regie. In der 23. Minute führten sie mit 14:9, wobei fünf der sieben Tore auf das Konto von Tim Coors gingen. Zur Pause hieß es 19:12 für den Sechsten, der zwischen der 12.und 30. Minute lediglich vier Treffer zuließ. Rademacher: „Ab der 10., 12. Minute ist es so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren können.“ In die Karten spielte dem Gastgeber, dass die Rotenburger mit zunehmender Dauer mutloser und nervöser wurden. Der anfangs herausragende TuS-Torjäger Lukas Misere reklamierte fälschlicherweise vehement ein Foulspiel und brachte so einen Teil der Zuschauer, der seine Aktionen fortan mit Pfui-Rufen begleitete, gegen sich auf.

Alle elf Feldspieler treffen
Ein Lob gebührt der HSG dafür, dass sie trotz klarer Führung nie in den Schongang schaltete. Die Mannschaft bot den Zuschauern viel und entschied den zweiten Durchgang mit 18:10 für sich. Rotenburg änderte wiederholt die Taktik, nahm zunächst Torben Sudau, dann Tim Coors und zeitweise beide Spieler in Manndeckung, ohne mit diesen Maßnahmen den gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Delmenhorster hatten immer eine Antwort parat. „Wir haben stets Lösungsmöglichkeiten gefunden“, freute sich Rademacher. Er verhalf 13 Spielern zu Einsatzzeiten. Ole Goyert habe aufgrund von Rückenproblemen nicht gespielt, erklärte der Coach. Spielmacher Frederic Oetken, der zuletzt verletzungsbedingt fehlte, wirkte ab der 51. Minute mit. Bemerkenswert ist, dass sich sämtliche elf Feldspieler in die Liste der Torschützen eintrugen. Jörn Janßen (zehn) und Coors (acht) setzen sich an die Spitze. Sieben Treffer gelangen Lasse Till, der am Samstagabend nicht nur Glückwünsche aufgrund der guten Leistung, sondern auch zu seinem 22. Geburtstag entgegennahm. „Es ist gut gelaufen“, zeigte er sich zufrieden.

Rotenburg-Coach mit deutlichen Worten
Das traf auf Rotenburgs Trainer Nils-Oliver Muche verständlicherweise nicht zu. Er wählte deutliche Worte: „Wir machen erst relativ viel richtig, stellen dann jedoch das Handballspielen und den Kampf ein. Die Enttäuschung ist groß.“ Muches Kollege Rademacher hingegen machte seiner Mannschaft ein „Riesenkompliment.“ Die HSG sei dem Gegner körperlich überlegen gewesen. „Wir haben nicht nachgelassen. Wir haben uns das so erarbeitet“, fügte der Trainer hinzu. Platz sechs sei eine Riesensensation und er sei total stolz auf die Truppe. „Wir geben Vollgas bis zum Schluss“, versprach Rademacher. „Vielleicht können wir ja noch den einen oder anderen Tabellenplatz nach oben klettern.“

Bildunterschrift: Bärenstarker Auftritt: Philipp Freese und die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst fanden viele Lücken in der Abwehr des TuS Rotenburg.
Foto: Rolf Tobis
Quelle: dk-online.de (Klaus Erdmann)

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok