Aurich. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben beim
OHV Aurich mit 27:35 (14:20) verloren. Ihre Gastgeber erhielten nach der Partie den Meisterwimpel.

Nur wenige Schritte von der schmucken Sparkassen-Arena in Aurich begann der Ostermarkt. In den Fahrgeschäften war angesichts des guten Wetters am Samstagabend einiges los. Auf eine Menge Spaß hofften auch die Anhänger der Handballer des OHV Aurich unter den 1600 Zuschauern in der Halle. Schließlich bestritten diese ihr letztes Oberliga Heimspiel vor der Drittliga-Relegation, zu dem Staffelleiter Jens Schoof als Vertreter des Handball-Verbands Niedersachsen und des Bremer Handball-Verbands angereist war, um dem schon als Meister feststehenden Team den dafür vorgesehenen Wimpel zu überreichen. Die OHV-Fans bekamen, was sie wollten. Der als Tabellenfünfter angereiste Aufsteiger HSG Delmenhorst störte die Meisterfeier nur kurz, er kassierte eine 27:35 (14:20)-Niederlage. Die Ostfriesen gingen mit beeindruckenden 49:1 Punkten in die große Sause.

Statistik
OHV Aurich - HSG Delmenhorst 35:27
OHV Aurich: Möhlmann, Kuksa; Crnic 6, de Buhr 4, Seidler 7, Günsel 2, Groß 4, Staszewski 7, Stapenhorst, Wark 1, Jordan 1, Schweigart 3/3, Hertlein, Dallügge.
HSG Delmenhorst: Lettmann, Schröder; Goyert, Timmermann 2, Coors 2, Oetken 5/4, Schanthöfer, Schröder 1, Janßen 6, Kohrt 3, Freese 2, Till 6.
Schiedsrichter: Eilers, Jandt (TSG Hatten-Sandkrug).
Siebenmeter: OHV 3/3 - HSG 4/4.
Zeitstrafen: OHV 3 - HSG 2.
Zuschauer: 1600.
Spielfilm: 2:2 (6.), 5:6 (12.), 7:7 (13.), 12:7 (19.), 20:14 - 26:15 (40.), 29:23 (51.), 35:27.

"Wir haben keine Chance gehabt", stellte HSG-Trainer Jörg Rademacher fest. Seine leise Enttäuschung darüber verbarg er nicht. "Ich denke schon, dass etwas Einstellung fehlte. Vielleicht war der Glaube, dass etwas möglich sein könnte, nicht da", überlegte er.

Delmenhorster scheitern oft an OHV-Torwart Frederik Möhlmann
Rademachers Mannschaft kam zu Beginn der ersten Halbzeit gut in Schwung, auch die Gastgeber drückten von Beginn an kräftig aufs Gaspedal. So entwickelte sich eine gutklassige erste Halbzeit, in der zunächst beide Teams mit stark vorgetragenen Angriffen überzeugten. Die Delmenhorster spielten gut mit, legten sogar einige Male vor. Doch dann, nach dem 7:7 (13. Minute), wurde OHV-Torwart Frederik Möhlmann zum "Schiffschaukelbremser". Die HSG-Außen brachten den Ball fast gar nicht mehr an ihm vorbei, er wehrte gute Würfe aus dem Rückraum ab und war nach Kontern in Eins-gegen-Eins-Duellen gegen Delmenhorster erfolgreich. 13 Paraden gelangen Möhlmann bis zum Pausenpfiff. "Das ärgert mich schon", sagte Rademacher: "Wir spielen uns die Chancen gut heraus, nutzen sie nicht und Aurich zieht locker weg." In der Tat. Seinem Team gelang es nicht, die OHV-Offensive aus dem Rhythmus zu bringen. Zur Halbzeit lagen die Gastgeber mit 20:14 vorn. Rademacher hatte seinen zweitligaerfahrenen Rückraumspieler Tim Coors bereits nach knapp 20 Minuten vom Feld genommen. Er sei angeschlagen, erklärte der Trainer: "Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Wir wollten mit Blick auf die Zukunft nichts riskieren."

Im Hinblick auf die Relegationsrunde nutzte OHV-Trainer Arek Blacha das Spiel dazu, verschiedene Aufstellungen zu testen. Nach dem Seitenwechsel stand Edgars Kuksa im Auricher Tor. Er hielt den Bremshebel allerdings ebenso fest in der Hand wie Möhlmann, wehrte innerhalb von 15 Minuten acht Würfe ab, ehe Möhlmann, der seine sportliche Laufbahn nach der laufenden Saison 2018/19 beenden wird, zur Freude der Fans zwischen die Pfosten zurückkehrte – und weitere vier Paraden verbuchte.

HSG-Abwehr steigert sich
Die Auricher bauten ihren Vorsprung nach der Pause aus. Nach dem 26:15 durch Sven Seidler (40.), der wie Oliver Staszewski siebenmal traf, schien es, als würde die Partie für die HSG böse enden. Doch die Delmenhorster, für die Lasse Till und Jörn Janßen mit je sechs Treffern die meisten Tore warfen, wehrten sich. Sie bekamen durch großen kämpferischen Einsatz wieder mehr Halt in ihre 6:0-Abwehr. Sie profitierten aber auch davon, dass das Angriffsspiel des OHV etwas an Zug verlor. So blieb die Niederlage der HSG im Rahmen. Die steuerte noch etwas Zuckerwatte zur Party bei. Die Treffer zum 24:30 (52.) und 25:31 (53.) erzielten Rechtsaußen Philipp Freese und der Halblinke Lasse Till per Kempa-Trick.

Delmenhorst empfängt am 4. Mai den TV Cloppenburg
"Man hat gesehen, dass die Bäume für uns nicht in den Himmel wachsen", merkte Rademacher an, der mit seiner Mannschaft zuvor fünf Siege in Folge eingefahren hatte: "Aurich war auf allen Positionen besser." Deshalb spiele der OHV ja eine derart starke Saison. "Er ist nicht umsonst so souverän Meister geworden. Glückwunsch dazu", sagte der HSG-Trainer, der abschließend auf die letzte "Karussellfahrt" in dieser Spielzeit blickte. "Die Köpfe müssen wieder hoch", sagte er über die Begegnung gegen den TV Cloppenburg am Samstag, 4. Mai (19.30 Uhr):

Bildunterschrift: Wurden nach starkem Beginn aufgehalten: die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst um Frederic Oetken (Zweiter von links). Sie verloren beim OHV Aurich mit 27:35.
Quelle: dk-online.de (Lars Pingel)
Foto: Lars Pingel

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