Delmenhorst Spätestens, als Mirko Lettmann seine (Ex-)Mitspieler unter dem Applaus des Publikums umarmte, hatte der Saisonkehraus der Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Delmenhorst seinen Gänsehautmoment.

Die Verabschiedung der Spieler Michael Schröder, Niclas Schanthöfer, Philipp Freese und Lettmann bildete das von viel Beifall begleitete Finale des erfolgreichen Abschiedsabends in der Stadionhalle. Zuvor beendete die HSG die Oberliga-Saison 2018/19 mit einem verdienten 31:29 (16:16) über den Tabelenvierten TV Cloppenburg. Mit diesem 15. Sieg im 26. Spiel sicherten sich die Delmenhorster in der Abschlusstabelle Platz fünf.

Rund 300 Zuschauer erlebten eine Partie, die ihre Spannung daraus bezog, dass sich keine Mannschaft vorentscheidend abzusetzen vermochte. „Wir haben weniger Fehler bemacht als der Gegner. Ansonsten war es ein Spiel auf Augenhöhe. Der Sieg ist nicht unverdient“, sagte HSG-Cheftrainer Jörg Rademacher. Widerspruch gab es nicht.

Die Gastgeber lagen mit 1:3 (4.) zurück. Tim Coors erreichte mit dem 4:4 den Ausgleich. Nach Lennart Witts 4:5 gelangen Coors, der sechs seiner neun Tore im ersten Abschnitt erzielte, drei Treffer in Folge. In der 10. Minute erhöhte der zehnfache Torschütze Jörn Janßen auf 8:5. Über 10:10 (16.) lautete der Zwischenstand zur Pause 16:16.

In der 35. Minute gelang den Gästen durch Ole Harms ein Zwei-Tore-Vorsprung (18:20). Coors und Janßen sorgten für den Ausgleich. Mit Frederic Oetkens 24:23 ging der Hausherr in der 46. Minute erstmals nach Torben Sudaus 15:14 (25.) wieder in Führung. Nach dem 25:25 imponierte auch Janßen mit einem Hattrick, der zum 28:25 führte. In der Schlussphase ließ sich die HSG auch durch eine offene Manndeckung des Gegners nicht aus dem Konzept bringen. Witts 30:29 (59:37) beantwortete Ole Goyert zehn Sekunden später mit dem letzten Tor des letzten Saisonspiels – 31:29.

Die HSG nahm starken Applaus für eine erfolgreiche Saison, die der Aufsteiger im ersten Tabellendrittel beendete, entgegen. Rademacher: „Platz fünf hätte ich nie für möglich gehalten. Mit drei Drittliga-Absteigern war es die stärkste Oberliga der letzten Jahre.“ Leistungsträger Coors betonte: „Für uns als Aufsteiger ist es überragend gelaufen.“

HSG-Vorsitzender Jürgen Janßen lobte das Team dafür, dass es Platz fünf gehalten habe. „Das macht Mut für die nächste Saison. Wir wollen Sechster werden und die neue Regionalliga erreichen“, fügte er hinzu.
Mit Michael Schröder, der Delmenhorst nach nur einer Saison wieder verließ, und Niclas Schanthöfer, der 2015 zur HSG kam, verabschiedete Janßen zwei Spieler, bei denen sich aufgrund von Verletzungen weniger Einsätze als erwartet auf den Konten befinden. Philipp Freese (Janßen: „Er ist in der HSG groß geworden“) kehrte 2015 zu seinem Stammverein zurück. Ihn zieht es aus beruflichen Gründen nach Hamburg. Mirko Lettmann, so der Vorsitzende, sei der dienstälteste Spieler, der „Dino“. Der Torhüter gehörte der ersten Herrenmannschaft bereits seit 2004 an. Janßen lobte Lettmann als einen „echten Teamplayer“ – auch außerhalb des Spielfeldes. „Mirko will mehr Zeit für die Familie haben, aber er wird uns weiterhin auf die eine oder ander Weise unterstützen“, kündigte Janßen an.

HSG-Trainer Rademacher freute sich nach dem Spiel auf den „wohlverdienten Urlaub“. Er sei froh, dass es erst mal vorbei sei, denn es sei anstrengend gewesen. In der nächsten Saison gehört mit Lennart Witt ein Spieler zum Kader der HSG, der seine Klasse am Samstagabend nicht nur aufgrund der acht Tore unter Beweis stellte. Er verlässt Cloppenburg nach zehn Jahren. Wie hat er das letze Spiel empfunden? „Es war emotional, denn es ist eine geile Truppe“, unterstrich Witt. „Jetzt freue ich mich auf die neue Aufgabe.“

Am 28. Mai beginnt bei der HSG die Vorbereitung auf die nächste Saison.

Quelle: Delmenhorstesr Kreiisblatt (Klaus Erdmann)

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