Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben es spannend gemacht: Erst ein Treffer von Ole Goyert in den Schlusssekunden machte ihren Heimsieg über den SV Beckdorf perfekt.

„Positiv sind nur die zwei Punkte.“ Jörg Rademacher, Trainer der Handballer der HSG Delmenhorst, hatte sein Fazit nach dem enttäuschenden Auftritt beim 31:29 (17:15) über den SV Beckdorf schnell auf einen knappen Nenner gebracht. Die 250 Zuschauer erlebten am Samstagabend in der Halle am Stadion eine emotionale Berg- und Talfahrt. Der Gastgeber lag bereits in der 13. Minute mit fünf Toren zurück (6:11), führte nach einem 14:4-Lauf mit 20:15 (37.) und musste nach abwechslungsreichen 60 Minuten froh darüber sein, dass ein Erfolg verbucht werden konnte.

Ein Spektakel mit Happy End.
Delmenhorster liegen zunächst klar zurück „Es ist mir unerklärlich, warum wir so fahrig und halbherzig angefangen haben und keinen Biss hatten“, sagte Rademacher. Seine Mannschaft habe versucht, das Spiel mit halber Kraft über die Bühne zu bringen. In Zahlen: Nach Frederic Oetkens 2:1 lagen die keineswegs überragenden Beckdorfer erst mit 7:4 (9.), dann mit 11:6 vorne. Die HSG zeigte nach dem 7:12 (17.) stärkeres Engagement. Positiv wirkte sich aus, dass Torwart Sönke Schröder, der begonnen hatte, für Farasha Bassam zurückkehrte. Auch die offensivere Deckung zeigte Wirkung. Nach dem 15:15 vergab Oetken zwei Siebenmeter. Tim Coors und Jörn Janßen sorgten für die 17:15-Pausenführung. HSG

Delmenhorst kann sich nicht absetzen
Nach Wiederanpfiff folgten drei HSG-Tore in Serie. Nach dem Zwischenspurt und angesichts des psychologischen Vorteils, den sich die Delmenhorster verschafft hatten, schien es zu diesem Zeitpunkt nur noch um die Höhe des Sieges zu gehen. Aber wer so dachte, hatte die Rechnung ohne die HSG gemacht. Sie verhalf dem SVB, der in Schlussmann Tim Fieritz einen starken Rückhalt besaß, wieder ins Spiel. Dieser nahm die Einladung dankend an und erzielte das 20:21 (44.). Rademacher unterstrich: „Wir haben den Gegner immer wieder stark gemacht. Das ärgert mich sehr.“ Auch in der letzten Viertelstunde lag der Gastgeber stets vorne, zuweilen jedoch nur mit einem Treffer. Beide Mannschaften machten es ihren Fans nicht leicht. Beckdorf kam nach dem 24:28 kam Beckdorf bis auf 27:28 heran. Lasse Tills 29:27 konterte Joscha Jolitz mit dem 28:29. Jörn Janßens 30:28 (Siebenmeter) folgte Daniel Usadels 29:30 (59:15). Nach 59:54 Minuten traf Ole Goyert zum 31:29. Großer Jubel auf den Rängen.

HSG-Team wird nicht mehr unterschätzt
Gegen einen anderen Gegner als gegen die Beckdorfer, die sich mit zunehmender Dauer konditionell unterlegen präsentierten, hätte die favorisierte HSG nicht gewonnen. Nach dem fünften Platz in der vergangenen Saison gehört sie nicht mehr zum Kreis jener Teams, die ein Gegner auch schon mal unterschätzt. „Die anderen Mannschaften haben uns auf dem Schirm“, hatte Rademacher bereits vor einigen Wochen gesagt. Eine Tatsache, die sich Trainer und Spieler erarbeitet haben. Von den Delmenhorstern darf und muss man – gerade in eigener Halle – einiges erwarten. Gleichwohl müssen sie sich auch mal einen schwachen Auftritt erlauben dürfen. Eingedenk dieser Tatsache hätte man sich am Samstagabend stärkere Unterstützung von den Rängen gewünscht.

Statistik HSG Delmenhorst - TSV Daverden 31:29 HSG Delmenhorst: Schröder, Bassam; Witt, Goyert 4, Sudau, Timmermann, Coors 8, Oetken 4/1, Markowski 2, Janßen 12/1, Reiser, Schöps, Till 1. SV Beckdorf: Fieritz, von Borstel; Hesslein 3, Bowe 5, Usadel 5, Benner, Kahrs, Steinscherer, Williams 1, Stancic 3, Jolitz 3, Fuhrmann 4, Moscinski 5. Schiedsrichter: Bendtsen, Peper (MTV Wisch). Zeitstrafen: HSG 2 – SVB 4. Siebenmeter: HSG 4/2 – SVB 2/1. Zuschauer: 250. Spielfilm: 4:7 (9.), 6:11 (13.), 11:14 (20.), 15:15 (27.), 17:15 – 20:15 (37.), 21:20 (44.), 28:24 (54.), 28:27 (57.), 31:29.

„Es ist klare Kopfsache“, erklärte Rademacher, „wenn wir einen Vorsprung leichtfertig nochmal weggeben.“ Und er betonte, dass Abwehrarbeit „Bereitschaft“ bedeute. „Wenn du versuchst, es nur ein bisschen hinzukriegen, gewinnst du kein Handballspiel“, sagte der Trainer der Delmenhorster.

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