Delmenhorst. Die HSG Delmenhorst hat in der Handball-Oberliga beim HC Bremen eine 25:27-Niederlage kassiert. Trainer Jörg Rademacher war verärgert über die Leistung der Schiedsrichter.

Nur selten verliert Jörg Rademacher komplett die Fassung. Klar, hin und wieder brodelt es in dem Coach der HSG Delmenhorst. Gerade nach Niederlagen in der Handball-Oberliga spricht er knallhart Klartext, bleibt dabei jedoch analytisch. So wütend wie nach der 25:27 (12:11)-Auswärtspleite gegen den HC Bremen hat man ihn jedenfalls nur selten erlebt – wenn überhaupt schon einmal. Ursache seines Ärgers? Die Leistung des Schiedsrichtergespanns. „Wir wurden verarscht. Das war ein ganz schlechtes Niveau“, ärgerte er sich. Die klaren Worte in Richtung der Unparteiischen überraschten. Rademacher hadert zwar öfter mit Schiedsrichterentscheidungen, nur selten holt er aber zur Schelte aus. „Die beiden müssen sich die Frage stellen, ob sie der Lage gewachsen sind. Wir spielen auf Leistungsniveau und haben einen gewissen Anspruch. Wir bereiten uns eine Woche vor, wenn das aber so abläuft, dann können wir es auch lassen“, meinte der Coach.

Lob trotz zweiter Saisonpleite
Während er an den Schiedsrichtern also kein gutes Haar ließ, lobte er seine Mannschaft trotz der zweiten Saisonpleite. „Ich bin mit der Leistung zufrieden“, sagte Rademacher. Angesichts der Kadersituation sprach er gar von einem Superspiel. Kurzfristig fiel neben Torben Sudau nämlich auch Tim Coors aus. Durch das Fehlen des dominanten Rückraumschützen musste die HSG ohne Linkshänder im Rückraum auskommen. Rademacher: „Wir mussten unsere ganze Taktik umwerfen.“ Was für die Gäste eine Herausforderung darstellte, spielte den Bremern in die Karten. „Coors und Janßen machen 20 Tore pro Spiel. Die Bank der HSG war nicht so breit“, sagte Bremens Coach Björn Wolken.
Der ehemalige Übungsleiter des TV Neerstedt sitzt seit dieser Saison beim Bremer Oberligisten auf der Bank und soll Spielertrainer Marten Franke entlasten. „Ein, zwei Sachen müssen sich noch einspielen. Dass Marten die Entlastung guttut, merkt man“, meinte Wolken. Zu was ein frei aufspielender Marten Franke führen kann? Ganz einfach: zu zwei Punkten. Der Spielgestalter war mit zwölf Toren der überragende Mann.

Ein intensives Spiel
Von Minute eins an sahen die Zuschauer ein intensives Spiel mit leichten Vorteilen für die Gäste: Die HSG verteidigte mit einer stabilen 6:0-Deckung und zwang die Gastgeber zu Würfen aus wenig aussichtsreichen Positionen. Im Angriff fand die Rademacher-Sieben gegen die 5:1-Abwehr der Gastgeber derweil immer wieder Lücken. So trafen sowohl die Rückraumschützen um Jörn Janßen wie auch die beiden Außen Stefan Timmermann und Mario Reiser – 5:3 (13.). Das Spiel über Außen erschlaffte mit zunehmender Spieldauer jedoch. Gleichzeitig hatte Lennart Witt als Rechtshänder auf der ungewohnten Position Rückraumrechts Probleme. Die Fehlwürfe häuften sich bei den Gästen, wovon der HC profitierte und nach 26. Minuten mit 10:9 in Führung ging. Weil die Deckung der Delmenhorster aber weiterhin sicher agierte und in der Schlussphase die Außen wieder mehr in das Spiel eingebunden waren, ging die HSG mit einer 12:11-Führung in die Kabine.

Schlechter Start in Halbzeit zwei
So ordentlich die HSG Durchgang eins beendet hatte, so schlecht startete sie in den zweiten. Im Angriff produzierte sie reihenweise Fehlwürfe und Abspielfehler, sodass die Bremer den Pausenrückstand nach 41 Minuten in eine 18:14-Führung verwandelt hatten. Dann rückte im Angriff Timmermann auf die Position Rückraumrechts, Witt agierte nun von der Mitte aus und überzeugte dort. In der Abwehr stellte Rademacher auf eine 5:1-Deckung um, der vorgezogene Ole Goyert behielt vor allem Franke im Blick. Außerdem hütete fortan Farasha Bassam statt Sönke Schröder den Kasten.

Stück für Stück verkürzte die HSG den Rückstand und hatte 60 Sekunden vor dem Abpfiff beim Stand von 25:26 noch Chancen auf einen Punkt. Doch sie bekamen den Ball einfach nicht mehr. Ohne große Angriffsbemühungen ließ Bremen das Leder zirkulieren, erst zwei Sekunden vor Ende markierte Ole Fietz den 27:25-Endstand. „So wollten wir das eigentlich öfter spielen. Das sind wichtige zwei Punkte“, sagte Wolken. Unterdessen ärgerte sich Rademacher auch in dieser Situation über die Schiedsrichter: „In der finalen Minute spielen sie nur auf Zeit. Nach spätestens 20 Sekunden muss das eigentlich angezeigt werden. Das war ein Festival der Fehlentscheidungen.“

Quelle: dk-online.de (Nico Nadig)

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