Die HSG Delmenhorst hat die TSG Hatten-Sandkrug in der ersten Halbzeit klar dominiert und den Auswärtssieg trotz eines schwächeren zweiten Durchgangs verdient mitgenommen.

Handball-Oberliga Nordsee. Den Gastgebern tat diese offenbar nicht gut, denn ihnen gelang in der ersten Halbzeit kaum etwas, sodass die Delmestädter die Weichen früh auf Sieg stellten. Am Ende stand ein verdienter 33:26 (21:12)-Auswärtssieg. Die HSG hat damit nun 8:4 Punkte auf dem Konto und gehört zur Spitzengruppe.
  Delmenhorsts Trainer Jörg Rademacher hatte im Vorfeld wiederholt betont, dass es auch darum gehe, wer zuerst in den Rhythmus finde und besser ins Spiel komme. Bereits nach vier Minuten war diese Frage geklärt: Fünf verschiedene Torschützen hatten die Rademacher-Sieben hier bereits mit 5:2 in Führung gebracht. Lediglich beim 1:1 hatte die TSG ausgeglichen und lief sonst immer einem Rückstand hinterher.
Im ersten Durchgang gelang den Delmenhorstern in der Offensive vieles: Marcian Markowski erarbeitete sich am Kreis immer wieder Platz und wurde von Jörn Janßen, Frederic Oetken und Co. gut eingesetzt. Er traf fünf von fünf Würfen aus der Nahdistanz in den ersten 30 Minuten. Von Linksaußen zeigte sich Ole Goyert mit vier Toren bei vier Würfen treffsicher, aus dem Rückraum besorgten Tim Coors mit drei und Jörn Janßen mit fünf Toren den Rest. Zudem verwandelte Letzterer noch zwei Strafwürfe.


Auf der Gegenseite starteten die Sandkruger fahrig. Gleich mehrfach verloren sie aufgrund technischer Fehler das Angriffsrecht, zudem entschieden sie oft falsch, nahmen schlechte Würfe oder scheiterten an Bassam Farasha im HSG-Tor. Dieser vertrat den privat verhinderten Sönke Schröder bravourös und zeigte allein im ersten Durchgang neun Paraden. „Es war ein verdienter Sieg mit einem bärenstarken Torwart“, meinte TSG-Coach Hauke Rickels. Er stimmte damit Rademacher zu, der einen „überragenden“ Farasha gesehen hatte. „Er hat sogar einen Wurf aus dem Rückraum festgehalten. So was habe ich in der Oberliga noch überhaupt nicht gesehen“, sagte der HSG-Trainer.

Rademachers Plan, André Haake beim Gastgeber aus dem Spiel zu nehmen, ging auf. Der ehemalige Spielertrainer der HSG zieht nun bei der TSG die Fäden, erwischte im Derby aber einen ganz schwachen Tag. Seine Würfe und Pässe fanden in der Regel nicht ihr Ziel. „Es war klar, dass wir ihm etwas entgegensetzen mussten. Letztes Jahr hat er uns hier große Probleme bereitet“, erinnerte sich Rademacher. Er ließ zu Beginn Ole Goyert vorgezogen im 5:1 agieren, womit Haake und Co. überhaupt nicht zurechtkamen. Doch auch im Laufe der ersten 30 Minuten, als die HSG auf 6:0 umstellte, funktionierte nicht viel bei den Hausherren. Entsprechend deutlich wurde Rickels nach dem Match. „Das war eine miserable Spielführung. Die Spieler haben nicht umgesetzt, was vorgegeben wurde. Sie haben nicht zugehört und waren nicht fit. Es war sehr schwach, was die Spieler für Entscheidungen getroffen haben. Da erwarte ich von den erfahrenen Spielern mehr“, sagte der TSG-Trainer. 25 Ballverluste durch Fehlwürfe und technische Fehler hatte er gesehen. „So kann man kein Spiel gewinnen“, erklärte Rickels.

HSG im Verwaltungsmodus
Zu Beginn des zweiten Durchgangs schien die Partie früh endgültig entschieden zu sein, als die Delmenhorster auf zehn Tore zum 25:15 davonzogen (39.). Doch dann musste Tim Coors mit Rückenproblemen, wegen derer er schon die letzte Partie vor der Herbstpause verpasst hatte, vom Feld. Laut Rademacher war es eine Vorsichtsmaßnahme. Die Gäste ließen nun Tempo im Spiel vermissen und verwalteten. Da nun aber fast kein Ball mehr den Weg ins TSG-Netz fand und Farasha kaum noch Hände an das Spielgerät brachte, kamen die Hausherren Stück für Stück heran. Beim 24:28 lag ein Punkt für die Heim-Sieben plötzlich wieder im Bereich des Möglichen (53.). „In der zweiten Halbzeit war der Schlendrian drin. Da sind wir dann ins Rudern gekommen, haben es am Ende dann aber doch gut über die Zeit gebracht und die Nerven nicht verloren“, analysierte Rademacher.

Es passte zum Spiel, dass ein ungenauer Haake-Pass die Entscheidung brachte. Die TSG hatte die Chance, auf drei Treffer heranzurücken, durch den Ballverlust hatte Mario Reiser jedoch freie Bahn und stellte fünf Minuten vor Schluss auf 30:25. Es folgten noch drei weitere HSG-Tore bei schwindendem Widerstand, sodass am Ende ein verdienter Erfolg stand, den die mitgereisten Schlachtenbummler mit „Derbysieger, Derbysieger“ und „Wir sind alle Delmenhorster Jungs“-Sprechchören in der Sandkruger Halle feierten. Sie waren damit genauso zufrieden wie Jörg Rademacher. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Hier gewinnt man nicht einfach so“, sagte er.

Für die Delmenhorster war es auch deshalb ein wichtiger Sieg, da sie nun ohne Druck in die kommenden drei Spiele gegen die besten drei der Liga gehen. Die Serie beginnt zu ungewohnter Zeit: Am kommenden Sonntag, 17.30 Uhr, empfängt die HSG den verlustpunktfreien TV Cloppenburg in der Stadionhalle.
 
Quelle_ Delmenhorster-Kurier (Michael Kerzel)

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