Delmenhorst. Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst haben ihr Heimspiel gegen den Landkreis-Nachbarn TSG Hatten-Sandkrug gewonnen. Herausragender Akteur war ihr Spielmacher Frederic Oetken.

Nach dem 28:25 (13:11) seiner HSG Delmenhorst über die TSG Hatten-Sandkrug hat Jörg Rademacher etwas getan, was er höchst selten macht: Er vergab an einen Feldspieler ein Sonderlob. „Es war ein Top-Spiel von 'Fino' Oetken“, erklärte der Cheftrainer des Oberligisten. „Er war ein Aktivposten und hat das Spiel an sich gerissen.“ Da gab es keinen Widerspruch, denn Frederic Oetken, den sie alle „Fino“ rufen, drückte dem Nachbarderby, das am Samstagabend in der Halle am Stadion auf dem Programm stand, seinen Stempel auf. Der Rückraumspieler leitete die meisten Angriffe ein, forderte immer wieder den Ball, setzte seine Mitstreiter geschickt in Szene und steuerte fünf Treffer bei. Zudem blieb es ihm vorbehalten, den Schlusspunkt unter das 28:25 zu setzen.

Wunsch von HSG-Betreuer Thomas Gaertner geht in Erfüllung
Der Tabellendritte landete mit diesem Erfolg den sechsten Sieg in Serie und meldet nunmehr 26:12 Punkte. Gegenüber der HSG Schwanewede, die drei Sekunden vor dem Abpfiff gegen den HC Bremen das 29:30 kassierte, beträgt der Vorsprung nunmehr vier Zähler. Und: Die HSG setzte ein Anliegen ihres langjährigen Betreuers Thomas Gaertner in die Tat um: Er hatte sich vor der Begegnung eine „Überschrift mit neun Buchstaben“ gewünscht: „Derbysieg“.

Delmenhorst liegt zur Pause mit zwei Toren vorn
Vor der Pause erlebten die 370 Zuschauer ein typisches Derby, in dem die Abwehrreihen den Ton angaben und sich keiner der Kontrahenten abzusetzen vermochte. Mit dem 5:4 sorgte Jonas Schepker in der 12. Minute für die erste Führung des Gastes. Nach dem 10:11 waren Jörn Janßen und Mario Reiser (zwei), der einen Siebenmeter verwandelte, für die 13:11-Pausenführung der HSG verantwortlich. Der Hausherr, der zuweilen zu überhastet agierte, verpasste eine deutlichere Führung. Beim Gegner sorgte der eingewechselte Andre Haake zwischenzeitlich für Aufsehen: Der langjährige Spielertrainer der HSG bereitete das 6:6 durch Till Schinnerer hervorragend vor und erzielte mit seinem ersten Torwurf das 7:7.

TSG Hatten-Sandkrug steckt nie auf
Im zweiten Abschnitt zogen die Delmenhorster über 16:13 (34.) auf 19:14 (38.) davon. In dieser Phase forderte der glänzend reagierende Sönke Schröder wiederholt den Beifall des Publikums heraus. Er meisterte unter anderem zwei Tempogegenstöße und wehrte beim Stande von 19:14 einen von Haake geworfenen Siebenmeter ab. Rademacher:
„Sönke hat in der zweiten Halbzeit gut gestochen und viel Selbstvertrauen gewonnen.“
Ansonsten erklärte der Coach, dass die deutliche Führung Mitte der zweiten Hälfte zu früh gekommen und gefährlich gewesen sei, denn die TSG habe „immensen Druck“ ausgeübt. Der Gegner bestätigte diese Worte: In der 49. Minute führte die HSG lediglich noch mit 21:19. Über 24:20 (52.) und 27:22 (57.) verbuchte der Dritte der Oberliga Nordsee jedoch ein verdientes Erfolgserlebnis.

HSG-Trainer Jörg Rademacher lobt seine Spieler
Sechs Siege in Folge – das verdient große Anerkennung. So sah es auch Rademacher: „Dieser Lauf war nicht zu erwarten. Er ist aller Ehren wert.“ Unterm Strich sei er sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft in den letzten Wochen geleistet habe. Schließlich habe sie sich nicht wie gewünscht vorbereiten können, denn einige Male sei die Halle gesperrt gewesen. Rademacher über das Spiel: „In der ersten Halbzeit mussten wir immer wieder anlaufen. Das hat Kraft gekostet. Nach der Pause haben wir gut weitergemacht.“ 29 Treffer seien „okay“ und mit 26 Gegentoren könne er leben. Der Tatsache, dass der ansonsten überragende Jörn Janßen gegen Hatten-Sandkrug nicht seinen besten Tag erwischt hatte, gewann der Cheftrainer eine positive Seite ab. Rademacher: „Jörn, der sonst zehn Tore macht, hat diesmal nur drei erzielt und wir haben trotzdem gewonnen – das zeigt unsere gute Qualität.“
HSG Delmenhorst tritt am 7. März in Cloppenburg an

Ausgestattet mit dieser guten Qualität und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, die sich nicht zuletzt aus der imponierenden Siegesserie speist, tritt die HSG Delmenhorst am Samstag, 19.30 Uhr, beim TV Cloppenburg an. Das Spitzenteam verlor den ersten Platz durch das sensationelle 19:23 bei Schlusslicht Elsflether TB an den ATSV Habenhausen.

Quelle:dk-online.de (Klaus Erdmann), Foto: Rolf Tobis

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